Forma Urbis Romae, Fragment des Marmorplans des antiken Rom mit Verzeichnis des ludus magnus (nach: Carettoni Taf. 17).
Rom, ludus magnus, im Hintergrund das Kolosseum.
Rom, ludus magnus vom Kolosseum aus gesehen, rechts das Oval der Arena.

Seinem Namen nach zu urteilen war der ludus magnus die größte und damit bedeutendste Öffnet internen Link im aktuellen FensterGladiatorenschule in der Stadt Rom. Sie gehörte vermutlich zu den vier von Kaiser Öffnet internen Link im aktuellen FensterDomitian gegründeten Gladiatorenkasernen der Stadt. Ihr Verzeichnis auf der unter Septimius Severus entstandenen forma urbis, dem marmornen Stadtplan der Stadt Rom, ist erhalten und der Bau liegt unmittelbar östlich vom Öffnet internen Link im aktuellen FensterKolosseum, wo er ungefähr zur Hälfte freigelegt ist: Untersuchungen fanden mit Unterbrechungen zwischen 1937 und 1961 statt.

Die Nordseite öffnet sich zur Via Labicana, wo in der Mitte der Anlage ein repräsentativer Eingang in einen Hof führt, der auf allen 4 Seiten von 2-stöckig angeordneten Räumen für die Gladiatoren umgeben ist. In der Mitte des Hofes liegt eine Arena. Die südliche zur Via SS. Quattro Coronati gelegene Seite ist nicht freigelegt, man stellt sie sich jedoch entsprechend der nördlichen Hälfte vor. Die Maße der Arena liegen bei 41,45 x 62,15 m, um sie herum war ein Zuschauerraum üblicher Bauweise errichtet worden mit Radialmauern zwischen einer äußeren Mauer und der Podiumsmauer der Arena. Der Bau war durch einen unterirdischen Gang mit dem Kolosseum verbunden.

Die Anlage wurde erst unter Kaiser Trajan vollendet, weitere Ausbauten werden unter Kaiser Hadrian datiert. Nach einem Feuer im mittleren 2. Jh. wurde der Bau schnell repariert, unter Öffnet internen Link im aktuellen FensterCaracalla fanden weitere Instandsetzungsmaßnahmen statt.

Vorsteher dieses Ludus war wie auch sonst ein procurator ludi, der Posten des Öffnet internen Link im aktuellen Fensterprocurator ludi magni war jedoch sicherlich der bedeutendste. Andere Posten waren ein Waffenmeister bzw. praepositus armamentario und ein summa rudis. Weitere kamen hinzu, die anderwärts belegt sind: ein medicus (Arzt) und ein tabularius (Schatzmeister).

Quellentexte

Öffnet internen Link im aktuellen FensterCassius Dio LXXIII 22,2.

Öffnet internen Link im aktuellen FensterHerodian I 15,8.

Herodian I 16,2-3.

Öffnet internen Link im aktuellen FensterSHA Comm. XI 11.

Öffnet internen Link im aktuellen FensterChron. ad 354, 274.

Forma Urbis (Öffnet externen Link in neuem FensterStanford).
Öffnet internen Link im aktuellen FensterEhreninschrift eines procurator ludi magni aus Foligno; CIL XI 5213.
Grabinschrift der Cornelia Frontina von der Via Appia; CIL VI 10164:

Dis Manibus
Corneliae Frontinae
vixit annis XVI m(ensibus) VII
M(arcus) Ulpius Aug(usti) lib(ertus) Callistus
pater praepositus armamentario
ludi magni et Flavia Nice coniuxs
sanctissima fecerunt sibi
libertis libertabusq(ue) posterisq(ue) eor(um)

„Den Totengeistern. Der Cornelia Frontina, die 16 Jahre und 7 Monate gelebt hat. Ihr Vater Marcus Ulpius Callistus, Freigelassener des Augustus, Waffenmeister des ludus magnus, und seiner Frau Flavia Nike, die allerehrwürdigste, haben für sich, ihre Freigelassenen und ihre Kinder sowie deren Nachkommen (diesen Grabbau) errichten lassen, ”

Lit.: Öffnet externen Link in neuem FensterO. Hirschfeld, Die kaiserlichen Verwaltungsbeamten bis auf Diokletian 289; P. Sabbatini Tumolesi, Epigrafia anfiteatrale dell’Occidente Romano, I. Roma, Vetera. Ricerche di storia epigrafia e antichità, 2 (Rom 1988) 37 Nr. 28 Taf. IX 1; A. Faßbender, Untersuchungen zur Topographie von Grabstätten in Rom von der späten Republik bis in die Spätantike, Diss. Köln 2005, 247-248 Nr. 391,1; Th. Hufschmid, Amphitheatrum in Provincia et Italia, Forschungen in Augst, 43,1 (Augst 2009) 36.

Grabinschrift für einen dispensator ludi magni; CIL VI 10166.
Grabinschrift eines Angehörigen des ludus magnus: CIL VI 10169; ILS 5124; EAOR-01, 86:

D(is) M(anibus)
Priori
retiario
lud(i) mag(ni)
Iuvenis
murmillo
lud(i) mag(ni)
conv(i)ctori
b(ene) m(erenti) f(ecit)

„Den Totengöttern. Für Prior, dem Öffnet internen Link im aktuellen FensterRetiarier des Ludus Magnus, hat Iuvenis, Öffnet internen Link im aktuellen FensterMurmillo des Ludus Magnus und Mitsieger, dem wohl Verdienten (den Grabstein) setzen lassen.”

Literatur

L. Friedländer, Darstellungen aus der Sittengeschichte Roms, II (Leipzig 192210) 66 f.

S.B. Platner - Th. Ashby, Topographical dictionary of ancient Rome (London  1929) 320 (Öffnet externen Link in neuem FensterPerseus).

A.M. Colini - L. Cozza (Hrsg.), Ludus Magnus (Rom 1962).

G. Ville, La gladiature en Occident dès origines à la mort de Domitien (Paris 1981) 281-283.

G. Caruso, Il ludus magnus, palestra dei gladiatori, in: Lo Sport nel Mondo Antico 1987, 87-91.

J.-C. Golvin, L'amphithéâtre romain (Paris 1988) 149-152.

L. Richardson, A New Topographical Dictionary of Ancient Rome (Baltimore - London 1992) 236-238.

E.M. Steinby (Hrsg.), Lexicon Topographicum Urbis Romae, III (Rom 1996) 196 f. (C. Pavolini).

D.L. Bomgardner, The Story of the Roman Amphitheater (London - New York 2000) 22 ff. Abb. 1.4.

F. Coarelli, Ludus gladiatorius, in: A. La Regina (Hrsg.), Sangue e Arena, Catalogo della mostra ; Roma, Colosseo, 22 giugno 2001 - 7 gennaio 2002 (Mailand 2001) 147-151.

weblinks:

Öffnet externen Link in neuem Fensterde.wikipedia.org/wiki/Ludus_Magnus

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