Lage

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Inschriften

IG X 2.1 41; AE 1983, 893:

inter cetera etiam euripum statuis
adornatum Domitius Catafronius v(ir) p(erfectissimus) proc(urator) s(acrae) m(onetae) T(hessalonicensis) 
fecit

„.... hat Domitius Catafronius, Öffnet externen Link in neuem Fenstervir perfectissimus und Prokurator der heiligen Münzstätte von Thessaloniki, neben anderen auch den Euripus mit Statuen ausgestattet."

Lit.: M. Vickers, The Hippodrome at Thessaloniki, JRS 62, 1972, 30-31; Öffnet externen Link in neuem FensterRE Suppl. XV (Stuttgart 1978) 93-94 s.v. Domitius Nr. 46a (Werner Eck)  (Öffnet externen Link in neuem Fensterwikisource); D. Feissel, Recueil des Inscriptions Chrétiennes de Macédoine du III au VI siècle (Paris 1983) Nr. 86; A. Puk, Das römische Spielewesen in der Spätantike, Millennium-Studien, 48 (Berlin - Boston 2014) 131.

Maße

Beschreibung

Das Hippodrom ist Teil eines großartigen urbanistischen Konzepts aus der Zeit von Kaiser Galerius und liegt zwischen seinem Palast und dem Galeriusbogen. Es ist heute weitestgehend überbaut, nur geringe Reste sind in Untergeschossen der modernen Überbauung noch zu gänglich, Substruktionen seiner südwestlichen Zuschauerränge sind im Areal Ippodromiou Platz 7 bzw. der Kirche Nea Panagia sichtbar. Der Bau lag unmittelbar an der östlichen Stadtmauer und war NO-SW orientiert. Direkt an seiner südwestlichen Seite liegt die heute noch sichtbare Basilika des Galeriuspalastes. Die Startseite mit ihren carceres liegt direkt südöstlich des Galeriusbogens, die Wendemarke - sphendoné - ca. 500 m entfernt in Richtung Meer. Die gesamte Breite betrug ca. 125 m. Die kaiserliche Loge wird zwischen der Basilika und dem Galeriusbogen vermutet.

Literatur

M. Vickers, The Hippodrome at Thessaloniki, JRS 62, 1972, 25-32.

C. Heucke, Circus und Hippodrom als politischer Raum. Untersuchungen zum großen Hippodrom von Konstantinopel und zu entsprechenden Anlagen in spätantiken Kaiserresidenzen, Altertumswissenschaftliche Texte und Studien, 28 (Hildesheim - Zürich - New York 1994) 341-350.

Nadine Burkhardt, Von Dyrrachium bis Acontisma. Der spätantike Stadtraum aus nordgriechischer Perspektive, in: A. W. Busch - J. Griesbach - J. Lipps (Hrsg.), Urbanitas – urbane Qualitäten. Die antike Stadt als kulturelle Selbstverwirklichung. Kolloquium 19.-21.12.2012 in München. RGZM Band 32 (Mainz 2017) 410 (Öffnet externen Link in neuem Fensteracademia.edu).

Veranstaltungen

Pythien

Die nach den berühmten Spielen zu Ehren des Apollon Pythios in Delphi benannten Spiele beinhalteten in Thessaloniki mit großer Wahrscheinlichkeit auch Wagenrennen. Jedenfalls wird man dies aus einem Öffnet internen Link im aktuellen FensterMosaikboden schließen, welches im Triclinium eines Hauses an der Via Egnatia/Ecke Antigonidon verlegt wurde und das die fragmentierte Darstellung eines Viergespanns zeigt. Am oberen Rand des Bildfeldes erkennt man zwei Siegeskronen mit den Aufschriften 'Pythia' und darüber die Namen 'ΑΡΜΑ' und 'ΣΥΝΟΡΙΣ'. Die beiden letzteren Begriffe bezeichnen unterschiedliche Arten von Wagenrennen, nämlch einen Kampfwagen bzw. ein Zweigespann. Man darf daher vermuten, dass das Mosaik ursprünglich nicht nur das erhaltenen Viergespann, sondern auch weitere Szenen mit Zweigespannen und Kampfwagen wiedergab.

Lit.: Öffnet externen Link in neuem FensterRE III (Stuttgart 1897) 465-467 s.v. bigae (Erwin Pollack); Öffnet externen Link in neuem FensterRE IV A (Stuttgart 1932) 1450-1452 s.v. Synoris (August Hug); Öffnet externen Link in neuem FensterRE VII (Stuttgart 1912) 2366 s.v. Harma (Konrad Schneider); L. Robert, Études épigraphiques et philologiques. Bibliothèque de l’école des hautes études (Paris 1938) 53-62.

Sozomenos, Historia ecclesiastica VII 25,3-4:

„ (3) ... Der Wagenlenker Öffnet externen Link in neuem FensterButherichs, des ehemaligen Comes rei militaris von Illyrien, hatte  den Mundschenk sexuell belästigt und befand sich in Haft. Da ein wichtiges Wagenrennen bevorstand, forderte die Einwohnerschaft von Thessaloniki seine Freilassung, da er für den Wettkampf unentbehrlich sei. Als sie nichts erreichten, brachen sie schlimme Unruhen vom Zaun und brachten schließlich Butherich um. (4) Als dies gemeldet wurde, geriet der Kaiser (d.i. Theodosius I.) in maßlosen Zorn und ordnete an, eine bestimmte Anzahl beliebiger Einwohner hinzurichten. Damit wurde die Stadt von zahlreichen ungerechten Morden heimgesucht; Fremde, die gerade erst im Hafen gelandet waren oder auf dem Landweg ankamen, wurden unversehens festgenommen.” (Übers. nach Günther Christian Hansen)

Lit.: C.W.R. Larson, Theodosius and the Thessalonian Massacre Revisited. Yet again, in: Studia Patristica, 10 (1970) 297–301; Adolf Lippold, Theodosius der Große und seine Zeit, Beck’sche schwarze Reihe 209 (München 19802) 40ff.; Daniel Washburn, The Thessalonian Affair in the Fifth Century Histories, in: Emily Albu - Harold Allen Drake - Jacob Latham - Susanna K. Elm - Michael Maas - Claudia Rapp - Michèle Renée Salzman (Hrsg.), Violence in Late Antiquity. Perceptions and Practices (Ashgate, Burlington, VT 2006) 213–224;Stanislav Doležal, Rethinking a Massacre: What Really Happened in Thessalonica and Milan in 390?, Eirene: Studia Graeca et Latina 50, Nr. 1–2, 2014, 89–107 (Öffnet externen Link in neuem Fensteracademia.edu)

Bildliche Reflexe des Circuswesens

Thessaloniki, Mosaik mit Darstellung eines Viergespanns; AO: Archäologisches Museum Thessaloniki (Photo: Rüdiger Gogräfe)