Die Gladiatoren wurden in Rangstufen eingeteilt, das nach dem palus-System benannt wurde. Der palus war eigentlich der Übungspfahl, an dem die Gladiatoren lernten, zu kämpfen. Wie die Einteilung vorgenommen wurde, ist nicht überliefert, doch wird man dies nach der Qualität der Gladiatoren vorgenommen haben. Ob dies allein in den Gladiatorenschulen, den ludi, geschah oder ob auch die Resonanz im Publikum eine Rolle spielte, bleibt unklar. In zahlreichen Inschriften, von denen die meisten Grabinschriften sind, wird mit Stolz auf den eigenen Rang verwiesen, am häufigsten natürlich auf den ersten bzw. primus palus, doch wurde wie im unten aufgeführten Beispiel des Antigonus auch der zweite Rang hervorgehoben. Etwas abweichend von diesem allzu üblichen Verfahren liegen unter den zahlreichen Gladiatoreninschriften aus dem karischen Aphrodisias auch Erwähnungen des dritten, sechsten und achten Ranges vor.

Quellen

Grabstein des Murmillonen und Provocators Antigonus aus Ravenna; AE 1990, 355 (Öffnet externen Link in neuem FensterEDR):

D(is) M(anibus)
Antigono
myrmilloni
qui et
provocatori
secundo palo
Campaniae
Maximinus
provocat[or]
primus palu[s --]
b(ene) m(erenti) [p(osuit)]

„Den Totengeistern. Dem Öffnet internen Link im aktuellen Fenstermurmillo und Öffnet internen Link im aktuellen Fensterprovocator Antigonus, vom zweiten Rang, aus Kampanien, hat der provocator Maximinus, vom ersten Rang, wohlverdientermaßen setzen lassen.”

Der Text dieses Grabsteins ist in mehrfacher Weise ungewöhnlich: Zum einen war Antigonus Gladiator in zwei verschiedenen armaturae, nämlich murmillo und provocator. Ferner wird sein geringerer Rang als der seines Kameraden Maximinus erwähnt.

Literatur: G.L. Gregori, Epigrafia anfiteatrale dell'Occidente Romano II. Regione Italiae VI-XI (Rom 1989) 60-62 Nr. 42.

Aphrodisias, Stele des Euplous (Öffnet externen Link in neuem FensterPHI):

Επλους πλου γʹ

„Euplous, mit drittem Rang.”

Lit.: Ch. Roueché, Performers and partisans at Aphrodisias in the Roman and late Roman periods, Journal of Roman Studies. Monographs 6 (London 1993) 66 f. Nr. 20 Taf. 7; M.J.D. Carter, The presentation of gladiatorial spectacles in the Greek east: Roman culture and Greek identity (Ann Arbor 2007) 370 Nr. 375.

Aphrodisias, Stele des Kalandion (Öffnet externen Link in neuem FensterPHI):

Καλανδων πλου ϝʹ

„Kalandion, mit sechstem (?) Rang.”

Lit.: Ch. Roueché, Performers and partisans at Aphrodisias in the Roman and late Roman periods, Journal of Roman Studies. Monographs 6 (London 1993) 67 Nr. 23 Taf. 7; M.J.D. Carter, The presentation of gladiatorial spectacles in the Greek east: Roman culture and Greek identity (Ann Arbor 2007) 370 Nr. 378.

Aphrodisias, Stele des Pheropes (Öffnet externen Link in neuem FensterPHI):

[-----ροπες π(λου) η̣ʹ

„ ... Pheropes, mit achtem Rang.”

Lit.: Ch. Roueché, Performers and partisans at Aphrodisias in the Roman and late Roman periods, Journal of Roman Studies. Monographs 6 (London 1993) 67 f. Nr. 24 Taf. 8; M.J.D. Carter, The presentation of gladiatorial spectacles in the Greek east: Roman culture and Greek identity (Ann Arbor 2007) 371 Nr. 379.

Literatur

Öffnet externen Link in neuem FensterCh. Daremberg - E. Saglio (Hrsg.), Dictionnaire des Antiquités Grecques et Romaines, II 2 (Paris 1918) 1590 f. s.v. Gladiateur (G.Lafaye).