Pasiphaë war Tochter des Sonnengottes Helios und der Perse sowie Schwester von Kirke, Perses, Aietes und Aloeus. Ihr Ehegatte war König Minos’ von Kreta, mit dem sie acht Kinder hatte: die Töchter Akakallis, Ariadne, Phädra und Xenodike sowie die Brüder Androgeos, Deukalion, Glaukos und Katreus.

Zur Strafe dafür, dass ihr Mann Minos einen von Poseidon geschickten Stier wegen dessen außergewöhnlich schön Gestalt nicht geopfert, sondern zur Veredlung seiner Herde verwandt hatte, veranlaßte Poseidon Pasiphaë, den Stier zu begehren. Da zu dieser Zeit auch der aus Athen verbannte Handwerker, Architekt und Erbauer des Labyrinths Öffnet internen Link im aktuellen FensterDaidalos am Hof des Minos lebte, bat Pasiphae ihn, ihr eine hohle hölzerne Kuh zu bauen, in der sie sich verstecken konnte, damit der Stier sie besteigen würde. Aus dieser Vereinigung entstammte der Minotauros, ein Mischwesen mit dem Kopf eines Stieres und dem Körper eines Mannes. Er wurde danach im Labyrinth gefangen gehalten, wohin ihm die Athener jährlich 7 Jünglinge und 7 Jungfrauen zum Fraß zu schicken hatten: Dies war der Preis dafür, dass sie von einer Belagerung des Minos befreit wurden, der die Athener deshalb angegriffen hatte, weil diese seinen Sohn Androgeoos nach dessen Sieg bei den Panathenäen hinterhältig hatten töten lassen.

Der Mythos der Pasiphae wurde in einem - modern gesprochen - mythological reenactment in der römischen Kaiserzeit im Amphitheater und/oder Theater nachgestellt. Aus klassischer Zeit ist eine Stück dieses Titels vom attischen Komödiendichter Öffnet externen Link in neuem FensterAlkaios überliefert. Öffnet externen Link in neuem FensterEuripides behandelte den Stoff in der fragmentarisch überlieferten Tragödie Öffnet externen Link in neuem Fenster'Die Kreter'Öffnet externen Link in neuem FensterLukian, de saltatione 49 zählt den Stoff zu den beliebtesten im römischen Pantomimus.

Quellen zum Mythos: Apollodor, bibl. III 7-11. 215; Ovid, ars amatoria I 289-326; Vergil, ecl. VI 45-60.

Quellen

Libanios, oratio LXIV (Gegen Aristides über die Tänzer) 73.

„Sage nun weiter: Die Alten sind von der Tragödie verdorben worden, sie sind von der Komödie verdorben worden. Homer hat Griechenland zugrunde gerichtet und vor Griechenland, wie er die trauernde Briseis dargestellt hat und Penelope und die verwundete Aphrodite. Sag', dass es notwendig ist, nun die Schulen für die Dichter zu schließen, das Theater für die Schauspieler zu schließen, damit kein Tragödienschauspieler hingehen kann, um die Pasiphae zu spielen, die mit ihrer widernatürlichen Begierde vom Weg abgekommen ist, und damit kein Komödienschauspieler eine Gebährende bei Öffnet externen Link in neuem FensterMenander und viele andere Dinge geben kann.”

Lit.: M.E. Molloy, Libanius and the dancers, Altertumswissenschaftliche Texte und Studien, 31 (Hildesheim 1996) 130. 162. 238.

Sueton, Nero 12,1:

Hos ludos spectavit e proscaeni fastigio. Munere, quod in amphitheatro ligneo regione Martii campi intra anni spatium fabricato dedit, neminem occidit, ne noxiorum quidem. Exhibuit autem ad ferrum etiam quadringentos senatores sescentosque equites Romanos et quosdam fortunae atque existimationis integrae, ex isdem ordinibus confectores quoque ferarum et varia harenae ministeria. Exhibuit et naumachiam marina aqua innantibus beluis; item pyrrichas quasdam e numero epheborum, quibus post editam operam diplomata civitatis Romanae singulis optulit. Inter pyrricharum argumenta taurus Pasiphaam ligneo iuvencae simulacro abditam iniit, ut multi spectantium crediderunt; Icarus primo statim conatu iuxta cubiculum eius decidit ipsumque cruore respersit. Nam perraro praesidere, ceterum accubans, parvis primum foraminibus, deinde toto podio adaperto spectare consueverat. 

„Diesen Spielen schaute Nero von der Bühne von einem erhöhten Platz aus zu. Bei dem Gladiatorenkampf, welchen er in dem in der Nähe des Marsfeldes innerhalb eines Jahres errichteten  Öffnet internen Link im aktuellen Fensterhölzernen Amphitheaters gab, ließ er niemanden töten, nicht einmal einen der zu diesen Kämpfen verurteilten Verbrecher. Dafür mußten aber 400 Senatoren und 600 römische Ritter, von denen einige ein großes Vermögen und einen untadeligen Ruf besaßen, sich zum Kampf mit dem Schwert aufstellen. Aus diesen zwei Ständen stammten auch die Tierkämpfer und die verschiedenen Angestellten der Arena.
Auch eine Seeschlacht veranstaltete er, bei der Seeungeheuer im Meerwasser schwammen, ebenfalls ließ er einige Öffnet externen Link in neuem Fensterpyrrhische Waffentänze durch griechische Jünglinge aufführen, denen er allen nach vollbrachter Arbeit den römischen Bürgerbrief übergab.
Zwischen diesen Tänzen wurde vorgeführt, wie ein Stier das hölzerne Bild einer Kuh besprang, in der, wie viele Zuschauer glaubten, Pasiphae eingeschlossen war. Ein Öffnet internen Link im aktuellen FensterIkarus stürzte gleich bei seinem ersten Versuch neben die Loge des Kaisers und bespritzte ihn mit seinem Blut."

Martial, de spectaculis I 5:

Iunctam Pasiphaen Dictaeo credite tauro:
vidimus, accepit fabula prisca fidem.
Nec se miretur, Caesar, longaeva vetustas:
quidquid fama canit, praestat harena tibi.

„Zweifelt nicht mehr daran, dass Pasiphae sich mit dem diktäischen Stier verband:
Wir sehen es mit eigenen Augen, und glaubhaft wurde die alte Geschichte.
Nicht mehr soll sich die Urzeit noch länger selber bestaunen, Caesar:
Alles, was die Sage besingt, führt die Arena dir vor. "

Literatur: M.A. Cavallaro, Spese e spettacoli. Aspetti economici-strutturali degli spettacoli nella Roma giulio-claudia, Antiquitas, 34 (Bonn 1984) 185; K.M. Coleman, Fatal Charades, JRS 80, 1990, 63 f.; Chr. Kondoleon, Signs of Privilege and Pleasure: Roman Domestic Mosaics, in: E.K. Gazda (Hrsg.), Roman Art in the Private Sphere. New Perspectives on the Architecture and the Decor of the Domus, Villa, and Insula (Ann Arbor 1991) 110; K. Welch, JRA 4, 1991, 281; S. Bartsch, Actors in the Audience. Theatricality and Doublespeak from Nero to Hadrian (London 1994) 57; N.W. Slater, From Harena to cena: Trimalchio`s capis (Sat. 52,1-3), Classical Quarterly 54, 1994, 549-551 (Öffnet externen Link in neuem FensterJSTOR); S. Lorenz, Erotik und Panegyrik: Martials epigrammatische Kaiser (Tübingen 2002) 70; K.M. Coleman, M. Valerii Martialis liber spectaculorum (Oxford 2006) 62-68; M.-H.F. Garelli, Danser le mythe: la pantomime et sa réception dans la culture antique, Bibliothèque d'études classiques (Löwen 2007) 269.

Darstellungen

Die aufgeführten Darstellungen aus der pompejanischen Wandmalerei stammen bis auf die formal andersartige Dekoration der Casa del Menandro aus der Zeit der Kaiser Öffnet internen Link im aktuellen FensterNero und Vespasian.

Rom, Wandmalerei aus einer Villa vor dem Tor Marancia; AO: Vatikan, Sala delle Nozze Aldobrandine:

Paiphae ist allein dargestellt und durch eine Beischrift identifizierbar. Sie ist Teil eines Figurenzyklus des 2.-3. Jhs. n.Chr., der frevelhafte Liebhaberinnen darstellt, außer Pasiphae sind dies Öffnet externen Link in neuem FensterMyrrha, Öffnet externen Link in neuem FensterKanake, Phädra und Skylla. Deren Thematik wurde gern auf römischen Bühnen dargestellt, auch wenn sich aus diesen Bildern kein unmittelbar dargestellter Bezug zu einer Theaterbühne oder einer Arena erkennen läßt.

Lit.: B. Nogara, Ausonia 1, 1906, 51 ff.; ders., Le Nozze Aldobrandine (Mailand 1907) 55 ff. Taf. 34; S. Reinach, Rep. peint. 182,1; M. Borda, La pittura romana (Mailand 1958) 283; Helbig I4 Nr. 464 (B. Andreae).

Pompeji, Casa del Menandro I 10,4

Inschriften: CIL IV Suppl. 3, 7352.

Beschreibung: Vorraum des Bades befindet sich eine Reihe von Wandmalereien mit Darstellungen mythologischer Themen, die neben dem Pasiphae-Mythos zu den beliebtesten Themen in der darstellenden Kunst aber auch bei den Aufführungen in Theater und Amphitheater zählten: Nordwand mit Theseus und Minotaurus; Ostwand mit Rache der Aphrodite;   Zeus läßt den Stier für den Raub der Europa kommen; Ariadne von Theseus verlassen; Athenas Urteil zwischen Marsyas und Apoll.

Literatur: A. Maiuri, La Casa del Menandro (Rom 1932) 127 ff. 471 Nr. 8; Not. Scavi 1933, 291 Nr. 138-146; A. Rumpf, Malerei und Zeichnung der klassischen Antike, Handbuch der Archäologie im Rahmen des Handbuchs der Altertumswissenschaft, VI 4 (München 1953) 169 Abb. 21; W. Binsfeld, Grylloi. Ein Beitrag zur Geschichte der antiken Karikatur (Köln 1956) 32. 71 n 14; LIMC III (Zürich - München 1986) 809 f. s.v. Epithymia I (J.Ch. Balty); Pompei. Pitture e Mosaici,  II 2 (Rom 1990) 379 Abb. 221-222.

Pompeji V 2,9-12: Wandbild mit Pasiphae in der Werkstatt des Dädalus (Bild: Mau, Mitt DAI Rom).
Pompeji V 2, 9-12:

Beschreibung: Im Triklinium Raum (n) ist auf der  Rückwand Pasiphae in der Bildhauerwerkstatt des Dädalus dargestellt. Auf der Wand gegenüber zeigt Dädalus der Pasiphae die fertiggestellte Kuh.

Lit.: Rückwand: A. Mau, Scavi di Pompei, Mitt DAI Rom 5, 1890, 261 Abb.; K. Schefold, Vergessenes Pompeji (Bern/München 1962) 187; Pompei. Pitture e Mosaici, III (Rom 1991) 837 Abb. 15.

Wand gegenüber:

Lit.: K. Schefold, Die Wände Pompejis (Berlin 1957) 72; K.Schefold, Vergessenes Pompeji (Bern/München 1962) 187.

Pompeji VI 7,8:

Beschreibung: Auf dem Eingangspfeiler des Hauses befand sich eine heute nicht mehr erhaltene Wandmalerei mit Darstellung des Dädalus und der Pasiphae.

Literatur: W. Helbig, Die Wandgemälde der vom Vesuv verschütteten Städte Campaniens (Leipzig 1868) 1207; A. Trendelenburg, Die Gegenstücke in der campanischen Wandmalerei, Archäologische Zeitung 34, 1876, 85.

Pompeji, Casa del Meleagro VI 9,2:

Beschreibung: Im Atrium Raum (2) ist eine Wandmalerei mit Darstellung der Pasiphae erhalten.

Literatur: W. Helbig, Die Wandgemälde der vom Vesuv verschütteten Städte Campaniens (Leipzig 1868) 1208; Reale Museo Borbonico VII 55; S. Reinach, Répertoire de la peinture grecque et romaine (Paris 1922) 183,5; Pompei. Pitture e Mosaici, V (Rom 1994) 678 Abb. 44.

Pompeji, Lupanar VI 14,43:

Beschreibung: Im cubiculum 11 = (c) befindet sich eine Wandmalerei mit Dädalus und Pasiphae.

Literatur: W. Helbig, Die Wandgemälde der vom Vesuv verschütteten Städte Campaniens (Leipzig 1868) 1205; Pompei. Pitture e Mosaici, V (Rom 1994) 445 Abb. 37.

Pompeji, Casa dei Vettii, Wandbild mit Dädalus und Pasiphae (Bild: wikimedia).
Pompeji, Casa dei Vettii VI 15,1:

Beschreibung: Die Darstellung befindet sich im sog. Ixionzimmer Raum (p) zusammen mit weiteren Wandbildern der Themen „Dionysos und Ariadne auf Naxos" sowie der „Bestrafung des Ixion".

Literatur: P. Herrmann - F. Bruckmann, Denkmäler der Malerei des Altertums (München 1906) 38; S. Reinach, Répertoire de la peinture grecque et romaine (Paris 1922) 183,3; G.E. Rizzo, La pittura ellenistico-romana (Mailand 1929) Taf. 34; Th. Kraus - L. von Matt, Lebendiges Pompeji (Köln 1977) 201 Abb. 285; T. Wirth, Zum Bildprogramm der Räume n und p in der Casa die Vettii, Römische Mitteilungen 90, 1983, 449-455; A. Burford, Künstler und Handwerker in Griechenland und Rom, Kulturgeschichte der antiken Welt, 24 (Mainz 1985) Umschlagbild. Taf. XXXII; G. Cerulli Irelli - M. Aoyagi - S. de Caro - U. Pappalardo (Hrsg.),Pompejanische Wandmalerei (Stuttgart/Zürich 1990) 302 Abb. 70; K.W. Weeber, Panem et circenses (Mainz 1994) 115 Abb. 175; R. Thomas, Die Dekorationssysteme der römischen Wandmalerei von augusteischer bis in trajanische Zeit (Mainz 1995) 117 Abb. 65; Pompei. Pitture e Mosaici V, regio VI, parte seconda (Rom 1994) 536 Abb. 114-117; S. Ciro Nappo, Pompeji. Die versunkene Stadt (Erlangen 1998) 132 Abb. unten.

Pompeji, Casa della Caccia antica, tablinum 10, Westwand, Mittelbild: Daedalus und Pasiphae (Bild: wikimedia).
Öffnet internen Link im aktuellen FensterPompeji , Casa della Caccia antica, VII 4,48, tablinum 11, Westwand; AO: Neapel MN 8979:

Vor einer Tempelfassade thront links Pasiphae und lässt sich vom rechts stehenden Dädalus die hölzerne Kuh zeigen. Das Bild einer Wand 4. pompejanischen Stils war Teil eines Raumes, dessen Thematik dem kretischen Sagenkreis gewidmet war: An der gegenüber liegenden Wand waren Theseus und Ariadne dargestellt, wobei letztere dem athenischen Helden den Wollknäuel übergibt, mit dessen Hilfe er wieder aus dem Labyrinth finden sollte. Die dort dargestellten Tierjagden in den Predellabildern erinnern an die Darstellungen in Theatern und Amphitheatern, doch sind sie in eine Umgebung gesetzt, welche eine Bühne oder eine Arena nicht unmittelbar zu erkennen geben.

Lit.: Öffnet externen Link in neuem FensterReale Museo Borbonico XIV 1; Öffnet externen Link in neuem FensterW. Zahn, Die schönsten Ornamente und merkwürdigsten Gemälde aus Pompeji, Herculaneum und Stabiae nebst einiger Grundrisse und Ansichten nach den an Ort und Stelle gemachten Originalzeichnungen, II (Berlin 1828–52) 60; W. Helbig, Die Wandgemälde der vom Vesuv verschütteten Städte Campaniens (Leipzig 1868) 1206; S. Reinach, Répertoire de la peinture grecque et romaine (Paris 1922) 183,1; K. Schefold, Die Wände Pompejis (Berlin 1957) 181; K. Schefold, Vergessenes Pompeji (1962) Taf. 170,3; O. Ferrari (Hrsg.), Le collezioni del Museo nazionale di Napoli. I mosaici, le pitture, gli oggetti di uso quotidiano, gli argenti, le terracotte inventariate, i vetri, i cristalli, gli avori (Neapel 1986) 147 Nr. 170; P.M. Allison - F. Sear, The casa della Caccia antica, Häuser in Pompeji, XI (München 2002).

Öffnet internen Link im aktuellen FensterLugo, Lucus Augusti, Mosaikboden:

Lit.: Hispania el legado de Roma. La Lonja - Zaragoza, septiembre-novembre de 1998 (1998) 435 Abb.

weblinks:

Öffnet externen Link in neuem Fensterwikimedia

Mosaikbild mit Dädalus, Pasiphae und Ikarus aus zeugma am Euphrat, Museum Gaziantep (Bild: © D. Osseman).
Öffnet externen Link in neuem FensterZeugma, Haus des Poseidon, Mosaikbild; AO: Gaziantep Museum:

Von links nach rechts erkennt man die inschriftlich bezeichneten Personen Pasiphae, Trophos (Amme), Dedalos (sic) und Eikaros (sic). Rechts von Pasiphae steht eine junge Frau, sicherlich eine Dienerin, und unterhalb ihres Thrones sitzt ein kleiner Erote mit dem Pfeil und liegt der Kopf einer Kuh: offensichtlich ein Bauteil der Kuh, die Dädalus und sein Gehilfe Ikarus zu bauen im Begriff sind. Beide halten ein Stück Holz in der Linken, Dädalus zusätzlich eine Säge in der Rechten, daneben liegt ein Hobel. Ikarus bearbeitet sein Stück Holz mit der ascia, vor ihm liegt eine Doppelaxt bzw. labrys, jenes Gerät, von dem der Name des Labyrinths abgeleitet wird. Weiter im Vordergrund erkennt man einen unbearbeiteten Baumstamm.

Den Hintergrund der Szene bildet eine Architektur aus 3 Pilastern, von deren Gebälk ein Vorhang mit Troddeln herabhängt, rechts oben stehen im Hintergrund 2 Häuser. Inwieweit, wie beim Öffnet externen Link in neuem FensterHippolytos-Phädra-Mosaik aus Daphne bei Antiocheia, diese Szene auf einer Bühne gedacht wird, ist nicht klar erweisbar. Das Mosaikbild ist aber Teil eines größeren Mosaiks, zu dem auch die Darstellung der 'Triumphs des Dionysos' gehört, des Gottes des Theaters. Vor dem Hintergrund, dass die großartigen Mosaiken von Zeugma unter der deutlichen Beeinflussung der Mosaiken aus Antiocheia und Daphne zu verstehen sind, wo das Zeugnis des Libanios in der Verteidigungsschrift des Pantomimus gegen einen gewissen Aristides belegt, dass das Pasiphae-Thema auf der dortigen Theaterbühne außerordentlich bekannt war, gewinnt die mögliche Assoziation dieses Mosaikboden mit der Welt des Theaters an Wahrscheinlichkeit. Die in anderen Darstellungen nicht belegte Bezeichnung der Trophos, wie sie in den Fragmenten des euripideischen Stückes Öffnet externen Link in neuem Fenster'Die Kreter' bezeugt ist, ist ein weiteres Indiz, dass ein Theaterstück hinter dieser Mosaikdarstellung steht.

Lit.: R. Ergec (Hrsg.), Belkis/Zeugma and its mosaics (Istanbul 2007) 100 f. Abb.; M. Önal, Zeugma mosaics: a corpus (Istanbul 2009) 16-23 Abb.

weblinks:

Öffnet externen Link in neuem FensterDaedalus-Mosaik (Osseman)

Öffnet externen Link in neuem FensterGaziantep-Museum (Osseman)

Öffnet externen Link in neuem Fensterwikimedia

 

Literatur allgemein

C. Vismara, L'amphithéâtre comme lieu de supplice, in: C. Domergue - Chr. Landes - J.-P. Pailler (Hrsg.), Spectacula I, Gladiateurs et amphithéâtres, Actes du colloque tenu à Toulouse et à Lattes les 26, 27, 28 et 29 mai 1987 (Lattes 1990) 255.

H. von Hesberg, Römische Baukunst (München 2005) 155 mit Anm. 277.