Venatio-Szene, Ausschnitt des Mosaiks aus dem tunesischen Smirat (Photo: R. Gogräfe).

Quellen

Cicero, epistulae ad familiares II 11,2 klagt über das Ausgehen von Panthern in Kilikien (Öffnet externen Link in neuem Fensterlatein. Text):

„Was die Panther angeht, die gejagt werden sollen, so wird in meinem Auftrag daran mit Eifer gearbeitet. Aber es herrscht eine erstaunliche Armut an Tieren, und die wenigen, die es noch gibt, beklagen sich angeblich, weil es in meiner Provinz nichts an Hinterhalten gibt außer gegen sich. Deshalb sollen sie beschlossen haben, aus meiner Provinz nach Karien auszuwandern. Aber dennoch wird der Sache mit Eifer nachgegangen, vor allem von Patiscus. Was immer dabei herauskommen wird, es wird dir sein, aber was es sein könnte, wissen wir nicht. Bei Merkur, meine große Sorge gilt deiner Öffnet externen Link in neuem FensterÄdilität. Gerade dieser Tag erinnert mich daran. Ich schreibe dies nämlich gerade an den Öffnet externen Link in neuem FensterMegalensischen Spielen.”

Livius XXXIX 22,2 (zum Jahre 186 v.Chr.):

decem deinde <dies magnifici> apparatu ludos M. Fulvius, quos voverat Aetolico bello, fecit. multi artifices ex Graecia venerunt honoris eius causa. athletarum quoque certamen tum primo Romanis spectaculo fuit, et venatio data leonum et pantherarum, et prope huius saeculi copia ac varietate ludicrum celebratum est.

„Dann veranstaltete M. Fulvius 10 Tage lang glänzend ausgestattete Spiele, die er im Ätolerkrieg gelobt hatte. Ihm zu Ehren kamen viele Künstler aus Griechenland. Damals wurde auch den Römern zum ersten Male ein Ringkampf als Schauspiel geboten. Ferner fand eine Tierhetze auf Panther und Löwen statt, und es wurde ein Spiel gefeiert, das fast eine Fülle und Buntheit wie zu unserer Zeit bot.” (Übers. nach H.J. Hillen)

Vom römischen Dichter Öffnet externen Link in neuem FensterEnnius wurde eine allein dem Titel nach bekannte Praetexta namens 'Öffnet externen Link in neuem FensterAmbracia' gedichtet, die sicherlich mit der Einnahme der ätolischen Hauptstadt Öffnet externen Link in neuem FensterAmbrakia im Jahre 189 v.Chr. zusammenhängt. Näheres ist jedoch unbekannt, eine Aufführung im Rahmen dieser Spiele könnte sich angeboten haben.

Martial VIII 67,1-4 (Ein zu früher Mittagsgast):

Horas quinque puer nondum tibi nuntiat et tu
iam conviva mihi, Caeciliane, venis,
cum modo distulerint raucae vadimonia quartae
et Floralicias lasset harena feras.

„Dein Sklave meldet dir noch nicht die fünfte Stunde,
und schon kommst du als gast zu mir, Caecilianus,
obwohl sie gerade die Gerichtstermine der vierten Stunde , wo man sich heiser schrie, vertagt haben
und die Arena das Wild am Florafest müde hetzt.
... ”

Martial XIII 96 (Antilope):

Öffnet internen Link im aktuellen FensterMatutinarum non ultima praeda ferarum
saevos oryx constat quot mihi morte canum!

„Nicht die letzte Beute bei den morgendlichen Tierhetzen,
die wütende Antilope - wie vieler Hunde Tod kostet sie mich!” (Übers. P. Barié - W. Schindler)

Öffnet internen Link im aktuellen FensterPlinius, epistulae VI 34.
Salvian, de gub. VI 2 (Öffnet externen Link in neuem FensterBKV).
Öffnet internen Link im aktuellen FensterSHA Probus XIX.
Symmachus, ep. 4,8.
Symmachus, ep. 4,12.
Symmachus, ep. 5,59.
Symmachus, ep. 6,43.
Symmachus, ep. 9,135.
Symmachus, ep. 9,137.
Symmachus, ep. 9,141.
Symmachus, ep. 9,142.

Epigraphische Quellen

Castelvecchio Subequo Öffnet externen Link in neuem FensterCIL IX 3314 = ILS 5056:

L(ucius) Vibius Severus
Öffnet externen Link in neuem Fensteraedilis IIIIvir q(uin)q(uennalis)
splendidus eq(ues)
Romanus patro-
nus civitatis Supe-
raequanorum item
patronus civitatis
Anxatium Frentanor(um)
et Peltuinatium Vestin(orum)
hic ob honorem aedilita-
tis L(uci) Vibi Ru[ti]li fili(i) sui
eq(uitis) R(omani) ad deam Pelinam pri-
mus huic loco venatio-
nem edidit deinceps ludos
sol[l]emnes L(ucius) Vibius Nepos
filius aed(ilis) IIIIvir iur(e) d(icundo) eq(es) R(omanus)
patronus civitatis ob
nomen fratris sui ti-
tulum publice dica-
vit Aureliano Aug(usto)
et Basso II co(n)s(ulibus) XVI Kal(endas) Iun(ias)

Literatur

Daremberg - Saglio V (Paris 1912) 709-711 s.v. venator (G.Lafaye)

RE IX (Stuttgart 1916) 558-604 s.v. Jagd (Orth)

G. Jennison, Animals for show and pleasure in ancient Rome (Manchester 1937)

Öffnet externen Link in neuem FensterJ. Aymard, Les Vicennalia d’Antonin sur un mosaique du Musée des Thermes, MEFRA 1938, 42 ff.

G. Ville, La gladiature en occident des origines à la mort de Domitien (Rom 1981) 220 ff.

E.W. Merten, Venationes in der HA, in: K. Rosen (Hrsg.), Bonner H.-A.-Colloquium 1986/89 (Vonn 1991) 139-178.

G. López Monteagudo, Escenas de uenatio en mosaicos hispanorromanos, Gerión 9, 1991, 245-262.

Öffnet externen Link in neuem FensterF. Bertrandy, Remarques sur le commerce des bêtes sauvages entre l'Afrique du Nord et l'Italie, MEFRA 99, 1987, 211-241.

Darstellungen

Leptis Magna, Jagdthermen, Ausschnitt einer Wandmalerei mit Darstellung einer venatio (Bild: © G. Zimmer).
Bad Kreuznach, Ausschnitt aus dem Gladiatorenmosaik: Kampf eines Venators gegen einen Stier (Bild: GDKE Rhld.-Pfalz, Landesarchäologie Mainz).
Djemila, Jagdmosaik (Bild: Bianchi-Bandinelli, Rom Abb. 231).
Mosaikboden, Djemila, Haus des Bacchus:

Im Bildfeld des Mosaikbodens sieht man oben einen venator zu Pferde im Siegesgestus mit erhobener Rechter. Über ihm ist eine Straßenarkade mit Häusern sichtbar, seitlich davon ein Wolf und eine Löwin. Vor ihm bricht eine Wildschwein unter einer zerbrochenen Lanze zusammen, unter ihm springt ein Hirsch nach rechts und li. unter ihm steht ein Jäger mit einem erlegten Hasen und Jagdnetz über der Schulter. In einer weiteren Reihe darunter erkennt man links einen knieenden venator mit einer Lanze, gegen die von rechts ein Löwe anspringt; unter diesem ist eine Löwin mit blutender Wunde zusammengebrochen, rechts von ihr wendet sich ein Leopard um. In der untersten Reihe steht ein weiterer venator mit Lanze und scheint seine Rechte im Grußgestus ausgestreckt zu haben; vor und hinter ihm steht je ein Löwe.

Ähnlich wie beim Jagd-Mosaik aus dem Öffnet internen Link im aktuellen FensterHaus des Isguntus in Hippo Regius ist in den beiden oberen Registern scheinbar eine Jagd im Freien wiedergegeben, die beiden unteren Register können auch eine venatio in der Arena meinen, doch bleibt dies unsicher.

Der Mosaikboden wird stilistisch in das späte 4. Jh. oder gar das 5. Jh. n.Chr. datiert.

Lit.: L. Leschi, Algérie antique (Paris 1952) 149 Abb.; I. Lavin, Antioch Hunting Mosaics and their Sources, DOP 17, 1963, 237 Abb. 87 (Öffnet externen Link in neuem FensterJSTOR); E. Kitzinger, Stylistic Development in Pavement Mosaics in the Greek East from the Age of Constantine to the Age of Justinian, in: La mosaïque greco-romaine. Colloques internationaux du Centre national de la recherche scientifique, Paris 29 Août–3 Septembre 1963 (Paris 1965) 341ff. Abb. 8; J. Lassus, La salle à sept absides à Djemila-Cuicul, Antiquitès africaines 5, 1971, 200 ff. Abb. 6; R. Bianchi Bandinelli, Rom - Das Ende der Antike (München 1971) 249 Abb. 231; K.M.D. Dunbabin, The mosaics of Roman north Africa. Studies in iconografy and patronage (Oxford 1978) 256 Taf. XIX 45; M. Blanchard-Lemée, Nouvelles recherches sur les mosaiques de Djemila, IIIo coll. int. sulle mos. ant. Ravenna 6-10 sett. 1980 (1984); dies., Dans les jardins de Djemila. AntAfr 34, 1988, 185-197.

Gamzigrad, Mosaik aus dem Palast des Galerius mit Ausschnitt einer venatio-Szene.
Gamzigrad, Palast des Galerius, venatio-Mosaik.

Lit.: M. Mirkovic, Moesia superior. Eine Provinz an der mittleren Donau (Mainz 2007) 76.

Istanbul-Konstantinopel, Großer Palast, Jagdmosaik.
Elfenbeindiptychon mit Hirschjagd; Herkunft: Mâcon; AO: Liverpool, Merseyside County Museum Inv. M 10042 (frühes 5. Jh.):

In der Arena jagt ein venator 5 Damhirsche, während aus 4 geöffneten Zwingertüren 3 Gehilfen herausschauen. Darüber thronen 3 Männer in der toga contabulata, der mittlere hält eine Opferschale, der rechte eine mappa und der linke seine Hand vor die Brust: Sie werden als die Spielegeber interpretiert, wegen ihrer Dreizahl wird es sich aber kaum um Jahreskonsuln handeln. Die Opferschale in der Hand des mittleren deutet auf das Opfer zu Beginn der Spiele. Für diese heidnische Darstellung ist die geläufige Datierung der Elfenbeintafel in das frühe 5. Jh. bemerkenswert.

Literatur: R. Delbrueck, Die Consulardiptychen und verwandte Denkmäler, Studien zur spätantiken Kunstgeschichte, 2 (Berlin 1929) 223 ff. Nr. 58; F.W. Volbach, Elfenbeinarbeiten der Spätantike und des frühen Mittelalters, Römisch-Germanisches Zentralmuseum zu Mainz, Katalog 7 (Mainz 1952) 41 Nr. 59 Taf. 19; A. Chastagnol. Le Sénat romain sous le règne d'Odoacre, Antiquitas III 3 (Bonn 1966) 58 Taf. XXXVII 2; Th. Kraus, Das römische Weltreich, Propyläen Kunstgeschichte, 2 (Berlin 1967) Taf. 382; Gallien in der Spätantike. Von Kaiser Constantin zu Frankenkönig Childerich, Katalog der Ausstellung Mainz, Kurfürstliches Schloss, 29. Oktober 1980-4. Januar 1981 - Paris, Palais du Luxembourg, Februar-April 1981 (Mainz 1980) 45 f. Nr. 27; Spätantike und frühes Christentum, Ausstellung im Liebighaus Museum alter Plastik Frankfurt am Main 16 Dezember bis 11. März 1984 (Frankfurt 1983)  636 f. Nr. 222 mit Abb.; St. Lehmann, Ein spätantikes Relief mit Zirkusspielen, Bonner Jahrbücher 190, 1990, 154 Abb. 13; A. Cameron, The last Pagans of Rome (Oxford 2011) 735 f. Abb. 15.

Elfenbeindiptychon mit Löwenjagden; Herkunft: Bourges, Kathedrale; AO: Bourges, Musée Berry:

Lit.: J. Dumoutet, Mémoires sur les diptyques de la cathédrale de Bourges, Mémoires lus à la Sorbonne 1869; R. Delbrück, Die Consulardiptychen und verwandte Denkmäler, Studien zur spätantiken Kunstgeschichte, 2 (Berlin 1929) 158 Nr. 37; W.F. Volbach, Elfenbeinarbeiten der Spätantike und des frühen Mittelalters (Mainz 19522) 33 Nr. 36 Taf. 9; Chr. Landes u.a. (Hrsg.), Les gladiateurs, Katalog der Ausstellung Lattes - Toulouse 1987 (Lattes 1987) 184 f. Nr. 102 Abb.

Elfenbeindiptychon mit Löwenjagd; AO: St. Petersburg, Eremitage:

Literatur: F.W. Volbach, Elfenbeinarbeiten der Spätantike und des frühen Mittelalters, Römisch-Germanisches Zentralmuseum zu Mainz, Katalog 7 (Mainz 1952) Nr. 60; St. Lehmann, Ein spätantikes Relief mit Zirkusspielen, Bonner Jahrbücher 190, 1990, 154 Abb. 14; A. Cameron, The last Pagans of Rome (Oxford 2011) 739 Abb. 16.