Relief zweier Gladiatorinnen aus Halikarnassos; London Brot. Museum.

Quellentexte

Senatus Consultum von Larinum

Tacitus, ann. XV 32 (Öffnet externen Link in neuem Fensterlateinischer Text):

„Den römischen Rittern wies er (d.h. Kaiser Nero) ihre Plätze im Circus vor denen der Bürgerschaft an. Denn bis zu diesem Tage gab es im Circus keine gesonderten Plätze, weil das Öffnet internen Link im aktuellen FensterRoscische Gesetz nur über die 14 Sitzreihen verfügt hat. Die Gladiatorenspiele fanden in diesem Jahr mit der gleichen Pracht wie früher statt. Aber eine größere Anzahl von erlauchten Frauen und von Senatoren machten sich durch ihr Auftreten in der Arena Schande." (Übers. W. Sontheimer)

Petronius, Satyricon XLV:

„ ... Hier werden wir bald drei Tage lang erstklassige Gladiatorenkämpfe haben - ein Truppe, nicht Profis, sondern zumeist Freigelassene. Und mein Freund Titus ist großzügig und hitzköpfig: so oder so - es muss was Rechtes werden. ... Er wird uns die besten Fechter geben: kein Pardon, und die Kampfunfähigen werden in aller Öffentlichkeit abgestochen, dass es das ganze Publikum sehen kann. Er kann sich's leisten. Er hat 30 Millionen geerbt, nachdem sein Vater leider verstorben ist. Soll er 400.000 aufwenden - sein Erbteil spürt das gar nicht, und man wird ihn immer rühmen. Er hat schon ein paar Fechter von altem Schrot und Korn und ein Weib, das vom Streitwagen kämpft, und Glycos Rechnungsführer, den man erwischt hat, wie er es mit seiner Herrin trieb." (Übers. H.C. Schnur)

Sueton, Domitian IV 1:

„Prächtige und kostspielige Spiele gab er häufig, und zwar nicht nur im Amphitheater, sondern auch im Zirkus, wo er außer den üblichen Rennen der Zwei- und Viergespanne auch zwei Gefechte veranstaltete, das eine zwischen Reitern, das andere zwischen Fußtruppen. Im Amphitheater ließ er auch ein Seetreffen aufführen. Jagden und Gladiatorenkämpfe  gab er sogar nachts bei Fackelschein, und zwar nicht nur zwischen Männern, sondern auch zwischen Frauen." (Übers. nach A. Lambert) vgl. Öffnet internen Link im aktuellen FensterCassius Dio, Epitome Buch LXVII 4,4.

Martial, de spectaculis 6:

„Dass dir der streitbare Mars inmitten unbesiegbarer Waffen dient,
Cäsar, ist nicht genug: Venus selbst dient dir sogar."

Martial, de spectaculis 6b:

„Dass in dem weiten Tal von Nemea der Löwe erlegt wurde,
besang die Sage als berühmte Herakles-Tat.
Das Zeugnis aus der Vorzeit verstumme jetzt! Denn nach den Spielen, die du uns, Cäsar, geschenkt hast,
sahen wir: Das konnte schon von Frauenhand geleistet werden." (Übers. nach P. Brié/W. Schindler)

Statius, silvae I 6,51-56 (Öffnet externen Link in neuem Fensterlateinischer Text):
Juvenal I 22:

„Wenn ein weiblicher Eunuch ein Weib heimführt, wenn Mevia mit entblößter Brust Jagdspieße schwingt und etruskischen Eber durchbohrt, ..."

Kommentar: Die Stelle beschreibt scheinbar den Auftritt einer als Amazone gekleideten Gladiatorin in einer venatio mit Eberjagd.

Im Rahmen einer allgemeinen Klage über die Frauen: Juvenal VI 246-260 (Öffnet externen Link in neuem Fensterlateinischer Text):

„Purpurne Athletenmäntel und Ringkampföl legen sie an, wer wüßte es nicht? Jedermann hat ja den Übungspfahl gesehen, wie sie ihn zerhackt, wie sie mit dauernden Schlägen ihn aushölt, ihm mit dem Schild zusetzt, kurz, wie sie nach allen Regeln der Kunst ficht. Das ist eine dame? Sie würde gur beim Öffnet internen Link im aktuellen FensterFloralienfest unter den nackten Huren mittanzen, es sei denn, dass sie noch Besseres vorhat, nämlich wirklich in der Arena zu kämpfen. Wieviel Schamgefühl kann ein Weib noch zeigen, das den Helm trägt, seine Weiblichkeit ablegt und Muskelkraft vorzieht? Jedoch: ganz zum Manne möchte sie nicht werden; zu gering wäre dann unsere Wolllust. Hübsch schaut es aus, wenn einer die Sachen seiner Frau versteigern ließe, und es wären darunter Schwertgehänge, Fechterhandschuhe, ein Helmbusch und, fürs linke Bein, eine halbe Beinschiene, oder wenn sie die entgegengesetzte Art des Kampfes übt, wie glücklich muss es dich machen, wenn dein zartes Weibchen reguäre Beinschienen verkauft! Das sind dieselben, denen es im dünnsten Musselingewand zu warm ist: Die so empfindlich sind, dass ein seidenes Kleidchen sie wundreibt! Sieh doch, wie sie mit lautem Schrei die angelernten Stöße führt, wie sie unter dem Gewicht des Helms einsinkt, welch große feste Binde aus Bast ihre Kniekehle umwindet – und lachte, wenn sie die Waffen ablegt und zum Nachttopf greift! Sagt, Enkel des Lepidus, des blinden Metellus, eines Gurges oder eines Fabius, hat je ein Fechterweib sich so gekleidet? Keucht je des Fechtmeisters Asylus Weib so am Übungspfahl?" (Übers. H.C. Schnur)

Athenaios IV 154a:
Öffnet internen Link im aktuellen FensterCassius Dio LXI 17,3-4 (zu Nero)

Cassius Dio LXVI 25,1 (zu Titus)

Cassius Dio LXVII 8,4 (zu Domitian)

SHA Hadrian XVIII 8-9:

Cassius Dio LXXVI 16,1 (zu Septimius Severus):

„Im Laufe dieser Zeit fand auch ein Wettkampf in Leibesübungen statt, bei dem sich unter Zwang eine solche Menge von Athleten zusammenfand, dass wir uns staunend fragten, wie das Stadion sie nur alle aufnehmen konnte. Auch Frauen nahmen an diesem Wettkampf teil und eiferten ganz wild gegeneinander, mit der Folge, dass deshalb selbst die anderen hochvornehmen Damen verspottet wurden. Und so wurde für die Zukunft jeder Frau, welcher Herkunft auch immer, der Einzelkampf verboten."

CIL XIV 5318; CIL XIV 4616 (Öffnet externen Link in neuem FensterEDH; Öffnet externen Link in neuem FensterEDR):

]osa[--- H]ostilinian[us]
[--- IIv]ir q(uaestor) aerar[i(i) Osti]ensium flam(en) d(ecreto) d(ecurionum) cur(ator) lusus iuvenal(is)
[---] qui primus om[niu]m ab urbe condita ludos cum
[---]or et mulieres [a]d ferrum dedit una cum
[Sa]bina u[x]ore fecit sibi et
[---]nio Agoni[o 3]
[---] corporis togat[ens(ium)]
[---]um qui e[

Darstellungen

Relief aus Halikarnassos; AO: Öffnet externen Link in neuem FensterLondon, Brit. Museum Inv. GR 1847.4-24.19:

Literatur: Öffnet externen Link in neuem FensterK. Coleman, Missio at Halicarnassus, Harvard Studies in Classical Philology 100, 2000, 487-500; C. Ewigleben, Der blanke Stahl ist's, den sie lieben, in: E. Köhne - C. Ewigleben (Hrsg.), Caesaren und Gladiatoren. Die Macht der Unterhaltung im antiken Rom, Begleitbuch zur Ausstellung Historisches Museum der Pfalz Speyer, 9. Juli bis 1. Oktober 2000 (Mainz 2000) 131 f. Abb. 117; M. Junkelmann, Das Spiel mit dem Tod. So kämpften Roms Gladiatoren (Mainz 2000) 18 Abb. 17; Chr. Mann, Die Gladiatoren (München 2013) 65 Abb. 11.

Funde

Grabfund einer Gladiatorin (?) in Herefordshire; Öffnet externen Link in neuem FensterBBC Bericht.; Öffnet externen Link in neuem FensterHeritage key.

Grabfund einer Gladiatorin in Southwark, London; Öffnet externen Link in neuem Fensterdiscovermagazine; Öffnet externen Link in neuem Fensterblog

Literatur

A. Zoll, Gladiatrix: The True Story of History’s Unknown Woman Warrior (Berkley 2002).

A. McCullough, Female Gladiators in Imperial Rome: Literary Context and Historical Fact, Classical World 101/2, 2008, 197-209.

Öffnet externen Link in neuem FensterSt.R. Murray, Female Gladiators of the Ancient Roman World, Journal of Combative Sport ; Öffnet externen Link in neuem FensterJCS

weblinks:

Öffnet externen Link in neuem Fensterwikipedia

Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.unrv.com/culture/female-gladiator.php

Öffnet externen Link in neuem Fensterpenelope.uchicago.edu

Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www2.cnr.edu/home/araia/Gladiatrices.html

Öffnet externen Link in neuem FensterSocietas Via Romana