Die Bewaffnung des thraex bestand aus einem Visierhelm mit Busch, einem Schurz mit Ledergurt, zwei Beinschienen, einem kleinen eckigen oder runden Schild und einem gebogenen Schwert oder Dolch. Gegner waren Samnit, hoplomachos oder Öffnet internen Link im aktuellen Fenstermurmillo.

Quellen
Öffnet internen Link im aktuellen FensterArtemidoros Daldianus, Onirocriticon (Traumbuch) II 32.
Petronius, Satyricon 45:

... Gladiatoren hat er uns vorgeführt, die waren keinen Groschen wert, schon so abgekämpft, dass man sie umblasen konnte. Ich hab schon bessere Kämpfe gesehen, wenn man welche den wilden Tieren vorwarf. Die Öffnet internen Link im aktuellen FensterReiter, die er umbringen ließ, waren die reinen Pappfiguren. Man konnte sie für Hühner halten. Der eine schleppte sich wie ein Maulesel unterm Packen, der andere war ein Hinkebein, der Dritte, der für den Toten einsprang, war selbst halb tot, als hätte man ihm alle Muskeln durchschnitten. Der Einzige, der etwas Format hatte, war ein Thraker, aber auch der focht nur wie auf der Mensur. Kurz, hinterher ließ man sie alle auspeitschen, so sehr schrie die Menge immer wieder: »Haut sie tüchtig!« Das waren nichts als Kneifer. »Aber ich hab dir doch ein Schauspiel dargeboten«, sagte er. »Und ich«, sagte ich »klatsche dir Beifall. Rechne ab, und ich gebe dir mehr, als ich von dir gekriegt habe. Eine Hand wäscht die andere.«

Sueton, Caligula 54,1:

„Er war thrakischer Fechter, Wagenlenker, Sänger und Tänzer, er schlug sich mit scharfen Waffen und fuhr sein Gespann an vielen Orten im Zirkus."

Sueton, Titus 8:

„Da er seine Vorliebe für die thrakischen Fechter offen zur Schau trug, neckte er sich deswegen oft mit dem Volk in Worten und Gesten, ohne damit seine kaiserliche Majestät oder die Gerechtigkeit zu verletzen."

Sueton, Domitian 10,1:

„Ein Familienvater, der im Zirkus gesagt hatte, ein Thraker sei wohl einem Murmillo gewachsen, aber nicht dem Veranstalter der Spiele, wurde von seinem Platz weg in die Arena geschleift und den Hunden vorgeworfen, wobei man eine Tafel mit der Inschrift: „Ein Kleinschildner der Thraker, der eine Majestätsbeleidigung ausgesprochen hat“ anbrachte."

Grabinschrift eines Kleinschildners (parmularius); CIL VI 9719; EAOR I 95:

Dis Manibus
Foliae Saturninae f(iliae)
bene meritae v(ixit) a(nnos) XLV
et Crescenti amico meo
isdem coniugi eius
v(ixit) a(nnos) XXXX
M(arcus) Lucceius Felix
fecit et sibi et suis
poster(isque) eorum
Crescens |(mulieris) ser(vus) natione Bessus olear(ius) de portic(u)
Pallantian(a) Venetian(orum) parmul(ariorum) vix(i) bene iaceo secur(e).

Öffnet internen Link im aktuellen FensterRom, CIL VI 631; ILS 5084.
Grabinschrift eines thraex aus Rom; CIL VI 10196:

D(is) M(anibus) s(acrum)
Apollonio
thraeci sc(aeva?)
lib(ero pugnarum) VI

Apollonius war Linkshänder und ähnlich wie der unten aufgeführte Exochus frei.

Literatur: E. Sabbatini Tumolesi, Gli spettacoli anfiteatrali alla luce di alcune testimonianze epigrafiche, in A. M. Reggiani (ed.), Anfiteatro Flavio. Immagine Testimonianze (Rom 1988) 98; Öffnet externen Link in neuem FensterK. Coleman, A Left-Handed Gladiator at Pompeii, ZPE 114, 1996, 194-196.

Literatur

Ch. Daremberg - E. Saglio (Hrsg.), Dictionnaire des Antiquités Grecques et Romaines, II 2 (Paris 1918) 1587 s.v. Gladiateur (G.Lafaye).

RE Suppl. III (Stuttgart 1918) 778 s. v. gladiatores (K. Schneider).

F.Dumasy-Mathieu, La villa du Liégeaud et ses peintures - La Croisille-sur-Briance (Haute-Vienne). Documents d’Archéologie Française 31 (Paris 1991) 131.

M. Junkelmann, Familia Gladiatoria, in: E. Köhne - C. Ewigleben (Hrsg.), Caesaren und Gladiatoren, Die Macht der Unterhaltung im antiken Rom. Begleitbuch zur Ausstellung Historisches Museum der Pfalz, Speyer, 9. Juli-1. Oktober 2000 (Mainz 2000) 45. 59-63.

Grabstein des thraex M. Antonius Exochus (nach Lafaye).

Darstellungen

Rom, Grabstein des M. Antonius Exochus

Inschrift; CIL VI 10194; ILS 5088; EAOR I 92; AE 1947, 208 (Öffnet externen Link in neuem FensterEDR):

M(arcus) Antonius Exochus

thr(aex)
M(arcus) Antonius
Exochus nat(ione)
Alexandrinus
Rom(ae) ob triump(hum)
divi Traiani die II
tir(o) cum Araxe Cae(saris)
st(ans) miss(us)
Rom(ae) mun(eris) eiusd(em) die VIIII Fimbriam
lib(erum) VIIII miss(um) fe(cit?)
Rom(ae) mun(eris) eiusd(em) [die 

„Marcus Antonius Exochus. Thraker. Marcus Antonius Exochus, von Herkunft Alexandriner, kämpfte in Rom aus Anlaß des Triumphs des vergöttlichten Kaisers Trajan am Tag II als Neuling mit Araxus unentschieden. In Rom an seinem munus am Tag VIIII gegen den freien Fimbria, welcher begnadigt wurde. In Rom beim munus desselben Tages ...”

Für die Identifikation ist der Grabstein äußerst wichtig, auch wenn er nur mehr in alten Zeichnungen erhalten ist. Exochus steht in einer Ädicula und ist mit zwei Beinschienen (ocreae) versehen, darüber trägt er das subligaculum. Sein rechter Arm ist mit Bandagen geschützt, der linke ist frei, hält aber einen Palmzweig als Zeichen des Sieges. Auf dem einen Teil der Inschrift tragenden Podest neben ihm steht ein Rechteckschild mit einem tänienumwundenen Siegeskranz (nicht auf allen zeichnerischen Wiedergaben als solches erkennbar). Daneben erkennt man Kornähren, deren Symbolik in diesem Kontext nicht zweifelsfrei feststeht. Darüber schwebt das gebogene Kurzschwert (sica). Rechts von seinem Kopf ist das Visier seines Gladiatorenhelmes sichtbar; einige Zeichnungen geben geben den Greif der Nemesis dahinter als separates Tier an,  in der Wiedergabe bei Daremberg - Saglio könnte man diesen auch für eine Greifenprotome des Helmes selbst halten, an das Tier der Öffnet internen Link im aktuellen FensterNemesis erinnernd.

Bei dem Triumph Kaiser Trajans handelt es sich um denjenigen für seinen Partherfeldzug im Jahre 117, auf dessen Rückzug der Kaiser gestorben war. Der erste Kampf des M. Antonius Exochus endete unentschieden (Öffnet internen Link im aktuellen Fensterstans missus), den nächsten gegen Fimbria konnte er gewinnen, wobei dieser begnadigt wurde.

Lit.: Öffnet externen Link in neuem FensterJ.J. Boissard, Romanae urbis topographiae et antiquitatum romanarum, IV (Frankfurt 1602) Öffnet externen Link in neuem FensterTaf. 132; Öffnet externen Link in neuem FensterB. de Montfaucon, L'antiquité expliquée et représentée en figures, III 2 (1719) 293 Öffnet externen Link in neuem FensterTaf. 168; Daremberg - Saglio II 2 (Paris 1918) 1587 Abb. 3583 (G. Lafaye); J. Wahl, Gladiatorenhelm-Beschläge vom Limes, Germania 55, 1977, 117 ff. Abb. 3; H. Wrede - R. Harprath, Der Codex Coburgensis. Das erste systematische Archäologiebuch. Römische Antiken-Nachzeichnungen aus der Mitte des 16. Jhs. (Coburg 1986) 116 f. Nr. 131 Abb. 63-64; K.M. Coleman, Martial: Liber spectaculorum. Introduction, translation and commentary (Oxford 2006) 221-222.

Öffnet externen Link in neuem FensterMainz, Relief des Konsolengesimses vom römischen Theater

Auf der Metope des Gesimses sind in der rechten Hälfte die Waffen eines thraex abgebildet: parmula, sica sowie Helm. In der linken Hälfte sind die Waffen eines Öffnet internen Link im aktuellen Fenstermurmillo sichtbar.

Lit.: W. Boppert, Zur Dekoration der Metopen am Konsolengesims aus dem Theater in Mainz, Mainzer Archäologische Zeitschrift 10, 2015, 54. 77 Taf. 2d.

 

Grabstein des thraex Alkeides aus Ephesos, gef. in Perge; Museum Antalya (Photo: G. Krämmer).
Grabrelief des Alkeides; FO: Perge; AO: Museum Antalya, Inv. 715 (Öffnet externen Link in neuem FensterPHI):

Auf dem Schild:

π
ϕέσου.

Auf dem Rahmen unten:

λκείδης νι(κν) ιϛʹ.

„Aus Ephesos. Alkeides gewann 16 mal."

Literatur: SEG XII 629; G.E. Bean, Inscriptions in the Antalya Museum, Belleten Türk Tarih Kurumu 22, 1958. 54 Nr. 55; Bull. épig. 1959, 448; R. Merkelbach - S. Sahin, Die publizierten Inschriften von Perge, Epigraphica Anatolica 11, 1988, 134 Nr. 59; S. Sahin, Die Inschriften von Perge,  I., Inschriften griechischer Städte aus Kleinasien, 54 (Bonn 1999) 293 Nr. 273; M.J.D. Carter, The presentation of gladiatorial spectacles in the Greek East: Roman culture and Greek Identity (Diss. Ann Arbor 2007) 382 Nr. 435.

Bronzestatuette; AO Hannover, Kestner Museum 1935.31:

Literatur: H. Menzel, Römische Bronzen. Bildhefte des Kestner-Museums Hannover, 6 (1964) Nr. 41 mit Abb.; H. Pflug, Helm und Beinschiene eines Gladiators, in: Antike Helme. Sammlung Lipperheide und andere Bestände des Antikenmuseums Berlin (Mainz 1988) 369 f. Abb. 6.

Bronzestatuette von einem Reisewagen; AO: London, Brit. Mus. Inv. GR 1919.6-20.4:

Literatur: M. Junkelmann, Familia Gladiatoria, in: E. Köhne - C. Ewigleben (Hrsg.), Caesaren und Gladiatoren. Die Macht der Unterhaltung im antiken Rom, Begleitbuch zur Ausstellung Historisches Museum der Pfalz Speyer, 9. Juli bis 1. Oktober 2000 (Mainz 2000) 63 bb. 45.

Kerzenhalter aus Bronze; FO: Walheim; AO: Stuttgart, Württembergisches Landesmuseum Inv. R 80 W 1244:

Kommentar: Kerzenständer in Form eines Thrakers.

Literatur: M. Junkelmann, Familia Gladiatoria, in: E. Köhne - C. Ewigleben (Hrsg.), Caesaren und Gladiatoren. Die Macht der Unterhaltung im antiken Rom, Begleitbuch zur Ausstellung Historisches Museum der Pfalz Speyer, 9. Juli bis 1. Oktober 2000 (Mainz 2000) 59 Abb. 39; J. Ronke, Ansichtssache(n), in: Imperium Romanum. Roms Provinzen an Neckar, Rhein und Donau, Begleitband zur Ausstellung des Landes Baden-Württemberg im Kunstgebäude Stuttgart 1. Oktober 2005 bis 8. Januar 2006 (Stuttgart 2005) 336 Abb. 448.

Applikenkeramik, Medaillon mit Darstellung vom Kampf eines murmillo gegen einer thraex (Bild: Wuilleumier - Audin Nr. 292).
Applikenkeramik, Medaillon; FO: Lyon; AO: Lyon:

Inschriften:

Ca[s]stolus

C[---]ralu(s)

Dargestellt ist der Kampf zwischen dem Öffnet internen Link im aktuellen Fenstermurmillo Castolus und dem thraex C[---]ralu(s).

Lit.: P. Wuilleumier - A. Audin, Les médaillons d'applique gallo-romains de la vallée du Rhône (Paris 1952) 155 Nr. 292. Vgl. H.B. Walters, Catalogue of the Roman pottery in the departments of antiquities, British Museum (London 1908) 72 Nr. M 123.

Reliefkrug; FO: Lucrino; AO: Privatbesitz:

Lit.: Chr. Landwehr - A. Hönle, Ein Reliefkrug aus Lucrino, Mitt DAI Rom 94, 1987, 223-240.

Terrakottafigur; AO: Stuttgart, Württembergisches Landesmuseum, Inv. Arch. 65/6:

Lit.: M. Junkelmann, Familia Gladiatoria, in: E. Köhne - C. Ewigleben (Hrsg.), Caesaren und Gladiatoren. Die Macht der Unterhaltung im antiken Rom, Begleitbuch zur Ausstellung Historisches Museum der Pfalz Speyer, 9. Juli bis 1. Oktober 2000 (Mainz 2000) 69 Abb. 56.

Öllämpchen mit Darstellung eines Thrakers und eines murmillo (Bild: Peter Haag; HM Speyer RHG B 1/13).
Tonlampe; AO: Speyer, Hist. Mus. der Pfalz, Inv. RHG B1/13:

Kampf eines murmillo mit einem Thraker.

Literatur: M. Junkelmann, Familia Gladiatoria, in: E. Köhne - C. Ewigleben (Hrsg.), Caesaren und Gladiatoren. Die Macht der Unterhaltung im antiken Rom, Begleitbuch zur Ausstellung Historisches Museum der Pfalz Speyer, 9. Juli bis 1. Oktober 2000 (Mainz 2000) 58 Abb. 38.

Waffenfunde

Gladiatorenhelm; FO: Pompeji, Öffnet internen Link im aktuellen FensterCaserma dei Gladiatori; AO: Neapel, Mus. Naz. inv. 5649:

Literatur: M. Junkelmann, Familia Gladiatoria, in: E. Köhne - C. Ewigleben (Hrsg.), Caesaren und Gladiatoren. Die Macht der Unterhaltung im antiken Rom, Begleitbuch zur Ausstellung Historisches Museum der Pfalz Speyer, 9. Juli bis 1. Oktober 2000 (Mainz 2000) 61 Abb.

 

weblinks:

Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.richandstrange.com/gladiator/g_thrax.html