Köln, Apellhofplatz, Gladiatorenszene zweier equites zu Pferde (Photo: RGM Köln).

Die equites eröffneten die Serie der Kämpfe ohne schwere Panzerung sowohl zu Pferd als auch zu Fuß. Sie kämpften ausschließlich gegeneinander.

Quellen

Öffnet internen Link im aktuellen FensterArtemidoros Daldianus, Onirocriticon (Traumbuch) II 32.

Isidor von Sevilla, origines XVIII 53 ff.:

Genera gladiatorum plura, quorum primus ludus equestrium. Duo enim equites praecedentibus prius signis militaribus, unus a parte orientis, alter ab occidentis procedebant in equis albis cum aureis galeis minoribus et habilioribus armis; sicque atroci perseverantia pro virtute sua iniebant pugnam, dimicantes quousque alter in alterius morte prosiliret, ut haberet qui caderet casum, gloriam qui perimeret. Quae armatura pugnabat Martis Duellii causa.

„Es gab mehrere Gladiatorengattungen, von denen die equites den ersten Kampf bestritten. Denn zwei equites, denen man militärische Feldzeichen vorantrug, brachen hervor, der eine von Osten, der andere von Westen. Sie ritten auf weißen Pferden und trugen kleine goldene Helme und leichte Waffen."

Literatur

Öffnet externen Link in neuem FensterCh. Daremberg - E. Saglio (Hrsg.), Dictionnaire des Antiquités Grecques et Romaines, II 2 (Paris 1918) 1589 s.v. Gladiateur (G.Lafaye).

RE Suppl. III (Stuttgart 1918) 777 s. v. gladiatores (K. Schneider).

F. Coarelli, Su alcuni vetri dipinti scoperti nella Germania indipendente e sul commercio alessandrino in occidente nei primi due secoli dell'impero, Archeologia Classica 15, 1963, 63.

F. Coarelli, Il rilievo con scene gladiatorie, in: R. Bianchi Bandinelli (Hrasg.), Sculture municipali dell'area Sabellica tra l'età di Cesare e quella di Nerone, Studi Miscellanei 10, 1963-64, 87 ff.

F.Dumasy-Mathieu, La villa du Liégeaud et ses peintures - La Croisille-sur-Briance (Haute-Vienne). Documents d’Archéologie Française 31 (Paris 1991) 130.

M. Junkelmann, Familia Gladiatoria, in: E. Köhne - C. Ewigleben (Hrsg.), Caesaren und Gladiatoren, Die Macht der Unterhaltung im antiken Rom. Begleitbuch zur Ausstellung Historisches Museum der Pfalz, Speyer, 9. Juli-1. Oktober 2000 (Mainz 2000) 45. 55 f.

M. Junkelmann, Das Spiel mit dem Tod. So kämpften Roms Gladiatoren (Mainz 2000) 123 f.

Darstellungen

Gladiatorenrelief; AO: Neapel, Museo Nazionale, inv. 6704:

In drei Registern sind eine Öffnet internen Link im aktuellen Fensterpompa und Gladiatorenkämpfe dargestellt. Links, am Beginn des mittleren Registers sind ein siegreicher stehender und ein besiegter liegender eques sichtbar.

Lit.: F. Coarelli, Il rilievo con scene gladiatorie, in: R. Bianchi Bandinelli (Hrasg.), Sculture municipali dell'area Sabellica tra l'età di Cesare e quella di Nerone, Studi Miscellanei 10, 1963-64, 87 ff. Taf. XL 97-100; A. Hönle - A. Henze, Römische Amphitheater und Stadien. Gladiatorenkämpfe und Circusspiele (Feldmeilen 1981) 46 Abb. 22; S. de Caro (Hrsg.), Il museo archeologico Nazionale di Napoli (Neapel 1994) 92 Abb.; M. Junkelmann, Familia Gladiatoria, in: E. Köhne - C. Ewigleben (Hrsg.), Caesaren und Gladiatoren. Die Macht der Unterhaltung im antiken Rom, Begleitbuch zur Ausstellung Historisches Museum der Pfalz Speyer, 9. Juli bis 1. Oktober 2000 (Mainz 2000) 56 Abb. 32-33; M. Junkelmann, Das Spiel mit dem Tod. So kämpften Roms Gladiatoren (Mainz 2000) bes. 123 Abb. 194; ferner: Abb. 171. 194. 204-209. 214. 217. 219.

Gladiatorenrelief; FO: Mérida; AO: Museo Nacional de Arte, Mérida 37.070

Lit.: M. Almagro-Gorbea - J.M. Alvarez Martínez (Hrsg.), Hispania, el legado de Roma: La Lonja - Zaragoza, septiembre - noviembre 1998 (Saragossa 1998) 536 Nr. 146.

Köln, Apellhofplatz, Kopf eines der beider equites aus der obigen Szene (Photo: RGM Köln).
Wandmalerei Köln, Apellhofplatz; AO: RGM Köln:

Unter den Malereien konnte neben anderen eine Szene mit equites erkannt werden. Das Besondere an dieser Darstellung ist, dass die Kämpfer noch zu Pferd wiedergegeben sind. Meist wurden sie in einem fortgeschrittenen Stadium des Kampfes abgebildet, in dem sie bereits von ihren Pferden abgestiegen waren.

Literatur: R. Thomas, Die Gladiatoren vom Apellhofplatz in Köln, Kölner Jahrbuch 41, 2008, 394 ff. Abb. 54. 55. 60. 74.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bad Kreuznach, Ausschnitt aus dem Gladiatoren-Mosaik mit zwei equites (Photo: GDKE Rheinland-Pfalz, Landesarchäologie Mainz).
Bad Kreuznach, Gladiatoren-Mosaik; AO: Bad Kreuznach, Römerhalle:

Unter den verschiedenen Bildfeldern des Gladiatorenmosaiks zeigt eines den Kampf zwischen zwei equites zu Fuß. In den Veranstaltungsprogrammen bildeten sie nach den Tierkämpfen den Auftakt der eigentlichen Gladiatorenkämpfe Man gegen Mann. Sie sind beide mit einem Rundschild bewaffnet, welcher der parma equestris der republikanischen römischen Armee entspricht. Als Helm tragen sie einen sog. attisch-böotischen Typ ohne Kamm, jedoch mit zwei Federn. Sie sind nur noch mit der Tunika und nicht mehr mit Schuppenpanzern älterer Denkmäler bekleidet. Wie auf zahlreichen anderen Darstellungen (Mosaiken aus Zliten, Öffnet internen Link im aktuellen FensterReims, Öffnet internen Link im aktuellen FensterAugsburg, Augst u.a.) sind hier die Kämpfer nicht mehr zu Pferd, sondern bereits abgestiegen gezeigt.

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Chieti, Reliefs vom Grabmal des Lucius Storax aus Teate Marrucinorum, ca. 40-20 v.Chr.; AO: Chieti, Museo Nazionale.

 

 

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Mosaik Massimi; FO: bei Rom, Via Appia, Orto del Carciofolo; AO: Madrid, Museo Arqueológico Nacional, inv. 3601.

Im unteren Register des Mosaiks kämpfen die beiden equites Habilis und Maternus gegeneinander. Dem Namen Maternus ist ein Theta nigrum beigeschrieben: Er wurde also im Kampf getötet. Hinter jedem der beiden Kämpfer steht ein Schiedsrichter: der rechte mit Stock ist ein summa rudis, der linke ohne Stock ein secunda rudis.

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Gladiatorenrelief; FO. Rom; AO: München, Glyptothek 364:

Literatur: C. Weickert, Gladiatoren-Relief der Münchner Glyptothek, Münchner Jahrbücher 2, 1925, 5 ff. Abb. 6; Taf.; A. Corbeil, Thumbs in Ancient Rome: Pollex as Index, Memoirs American Accademy Rome 42, 1997, 17 f. Abb. 8-9; M. Fuchs, Glyptothek München, Römische Reliefwerke, Katalog der Skulpturen, VIII (München 2002) 146 ff. Abb. 84-85; T. Richter, Der Zweifingergestus in der römischen Kunst, Frankfurter archäologische Schriften, 2 (Möhnesee 2003) 40 Abb. 1; M. Papini, Munera gladiatoria e venationes nel mondo delle immagini, Memorie, Accademia nazionale dei Lincei, Classe di scienze morali, storiche e filologiche, Accademia nazionale dei Lincei. Classe di scienze morali, storiche e filologiche, Atti della Accademia nazionale dei Lincei 19 (Rom 2004) 129 f. Abb. 55.