Bad Kreuznach, Grundriss der Peristylvilla (nach GDKE Rheinland-Pfalz, Landesarchäologie Mainz).

Die Villa

Die Villa von Bad Kreuznach wurde durch die Entdeckung des Gladiatorenmosaiks im Winter 1893/94 einem weiteren Publikum bekannt. 1966 wurde ein weiterer Moasikboden, das Okeanos-Mosaik, freigelegt. Diversen punktuellen Untersuchungen folgte zwischen 1975 und 1980 eine große Ausgrabung unter der Leitung von G. Rupprecht, welche die Kenntnis der Villa ganz wesentlich vermehrte. Ihr verdanken wir auch eine genauere Vorstellung von der Villenarchitektur, welche sich in Hanglage über ein in der Fläche halbes Kellergeschoss, das Erdgeschoss mit den beiden Mosaiken und ein weiteres Obergeschoss erstreckte. Die bildlichen Zeugnisse zum Gladiatorenwesen umfassen demnach nicht allein den bekannten Mosaikboden, sondern auch Malereifragmente Öffnet internen Link im aktuellen Fensterzweier verschiedener Fundstellen im Villenbereich.

Ein Teil der Funde ist in der Römerhalle Bad Kreuznach ausgestellt.

weblinks:

Öffnet externen Link in neuem Fensterwikipedia

Bad Kreuznach, Palastvilla - Raum 1, Gladiatorenmosaik (Photo: GDKE Rheinland-Pfalz, Landesarchäologie Mainz).
Gladiatorenmosaik; AO: Römerhalle Bad Kreuznach

Im Winter 1893/94 wurde das Kreuznacher Gladiatorenmosaik entdeckt. Es stammt aus Raum 1 der großen, verschiedentlich Palast- oder Peristylvilla genannten Kreuznacher Villa an der Hüffelsheimer Straße. Der Raum mißt 7,40 x 6,72 m und weist zusätzlich eine rechteckige Nische von 1,80 x 3,30 m auf. Der Raum war durch eine Hypokaustanlage beheizbar und zählte natürlich zu den repräsentativsten der gesamten Villa, auch wenn er sicherlich hinter dem in der Mittelachse der Anlage gelegenen Apsidenraum 10 mit dem Okeanos-Mosaik noch zurücksteht.

Der Bildteil des Gladiatoren-Mosaiks ist quadratisch und wird an seinen Rändern und in der Nische von rein geometrisch-ornamentalen Mustern ausgefüllt. Dieser zentrale Teil des Mosaikbodens ist eine konzentrisch geordnete Zentralkomposition aus insgesamt 13 Bildern. Diese bilden untereinander eine Hierarchie, mit der eine inhaltliche Bedeutung korrespondiert.

In der Mitte liegt das zentrale und dem Auftraggeber sicherlich wichtigste Bild: Es ist rund und war allerdings bei seiner Auffindung von allen Bildern am stärksten zerstört. An seinem Rand ist deutlich eine Reihe von Tieren erkennbar: unten drei verendende oder bereits getötete Tiere, nämlich ein Stier, ein Wildschwein und ein Hirsch. Darüber waren bei der Auffindung noch die Beine eines nach rechts agierenden Jägers bzw. venator erkennbar, der offenbar den rechts von ihm hockenden Panther mit einer Lanze angreift. Links weicht ein Bär zurück, der bereits von einem Speer getroffen ist und mit einem abgebrochenen Speerende in seinem Maul hantiert. Im Register darüber sieht man am rechten Rand einen zurückgewandten Löwen; links von ihm war das Mosaik zerstört und mit einigem Abstand nur das Hinterteil eines nach rechts stürmenden Einhufers erkennbar: Dieses wurde als Pferd ergänzt, auf welchem ein zweiter Jäger mit erhobener Rechter saß, ein von anderen Jagddarstellungen bekanntes Motiv. Vor diesem springt eine Antilope nach rechts fort, während am linken Bildrand ein Hirsch nach links flieht. Dieses Bild war auf die Rechtecknische des Raumes ausgerichtet, die man sich als Triclinium vorstellen darf. D.h. dort lag man zur Tafel und konnte sich dieses Bild bequem anschauen.

Bad Kreuznach, Gladiatoren-Mosaik, Kampf zweier equites (Photo: GDKE Rheinland-Pfalz, Landesarchäologie Mainz).

In der orthogonalen und diagonalen Achse schließen hieran zwei mal vier Bildfelder mit oberem halbrundem Abschluß an. Die bedeutenderen sind die vier in den Orthogonalachsen stehenden mit vier Gladiatorenkämpfen. Dargestellt sind folgende Szenen: Betrat man den Raum über den wohl wichtigsten Zugang von Raum 1a her (gegenüber der Rechtecknische) blickte man auf zwei gegeneinander kämpfende Öffnet internen Link im aktuellen Fensterequites. Ihr Bildfeld liegt also in der Hauptachse.  Gewöhnlich bildeten sie den Auftakt der Kämpfe Mann gegen Mann. Beide sind mit einem krempenlosen Visierhelm mit Federschmuck versehen und tragen gegürtete Tuniken. Abwehrwaffe ist ein kleiner Rundschild, andere Panzerungen tragen sie nicht. Der Linke führt in seiner rechten Hand ein Kurzschwert mit gerader Klinge.

Bad Kreuznach, Gladiatorenmosaik, Kampf eines thraex gegen einen hoplomachos (Bild: GDKE Rheinland-Pfalz, Landesarchäologie Mainz).

Von diesem Eingang aus gesehen rechts und in der Querachse des Mosaiks ist der Kampf eines thraex gegen einen hoplomachus sichtbar.  Die linke kleinere Figur ist der thraex. Beide tragen einen Krempenhelm mit nach vorn gebogenem Kamm. Die Mitte des Bildes war bei der Auffindung zerstört und präsentiert sich heute in einem restaurierten und ergänzten Zustand. Die Ergänzungen wurden in einigen Details nicht richtig durchgeführt: So ist der Rechteckschild des thraex etwas zu groß und er kämpfte mit einem gebogenen Kurzschwert, nicht mit einem geraden. Im heutigen Zustand ist nur sein rechtes Bein mit einer kurzen Beinschiene geschützt, wie auf dem gegenüberliegenden Bildfeld jedoch zu sehen ist, trug auch der thraex zwei lange Beinschienen. Sein Gegenüber, der hopolomachus

Bad Kreuznach, Gladiatoren-Mosaik, Kampf murmillo -thraex (Photo: GDKE Rheinland-Pfalz, Landesarchäologie Mainz).

Gegenüber bzw. vom Eingang aus gesehen links ist die dramatischste Szene des ganzen Mosaiks zu sehen: ein murmillo schickt einen thraex mit dem Hieb eines Schildes und dem Stoß seines Schwertes zu Boden. Der Visierhelm des thraex ist hier gut von vorn zu sehen. In seiner mit der manica geschütztem linkem Arm führt er das für ihn typische Krummschwert, er ist also einer jener sich in den Inschriften als scaeva bezeichnender Linkshänder.  Seinen gebogenen Rechteckschild hat er aus seiner rechten Hand verloren. Beide Beine sind mit langen Beinschienen geschützt. Der murmillo trägt einen eng anliegenden Helm mit einem geraden Kamm und mit Krempe. Mit seiner Linken hält er einen größeren Rechteckschild als der thraex

 

Bad Kreuznach, Gladiatoren-Mosaik, Kampf secutor - retiarius (Photo: GDKE Rheinland-Pfalz, Landesarchäologie Mainz).

Schließlich ist im vierten Bild, sichtbar genau aus der Rechtecknisches des Raumes, der Kampf Öffnet internen Link im aktuellen Fenstersecutor gegen Öffnet internen Link im aktuellen Fensterretiarius sichtbar. Rechts steht der Vertreter dieser bekannten und am leichtesten identifizierbaren Waffengattungen, der retiarius. Er trägt keinen Helm, aber eine manica mit einem hohen, klappenartigen Schutz, den galerus. Sein ganzer Oberkörper ist bis auf den unverzichtbaren Lendenschurz ungeschützt, nur an den Füßen trägt er Gamaschen. Seine eine Waffe, das Netz, ist nicht sichtbar, seine andere ist der lange Dreizack, mit dem er seinen Gegner auf Distanz halten konnte. Der retiarius kämpft fast immer gegen den secutor. Dieser trägt einen eng anliegenden eiförmigen Helm mit schmalem Kamm und ohne Krempe. Eine der beiden Öffnungen zum Sehen ist sichtbar. Sein linker Arm ist mit der manica geschützt, hiermit führte er ein Schwert, war also ebenfalls Linkshänder. Nur sein rechtes Bein ist durch eine Schiene mit Bandagen geschützt.

 

In gleichartigen Feldern, jedoch in den Diagonalachsen, sind Szenen von Tierjagden sichtbar: Bär, Stier, Eber und Panther werden jeweils von einem venator mit einem Speer getötet. In üblichen Programmabläufen fanden diese Kämpfe vor den Duellen der Gladiatoren statt.

Bad Kreuznach, Gladiatoren-Mosaik, Kampf eines venators gegen einen Panther (Photo: GDKE Rheinland-Pfalz, Landesarchäologie Mainz).
Bad Kreuznach, Gladiatoren-Mosaik, Kampf eines venators gegen einen Eber (Photo: GDKE Rheinland-Pfalz, Landesarchäologie Mainz).
Bad Kreuznach, Gladiatoren-Mosaik, Kampf eines venators gegen einen Eber (Photo: GDKE Rheinland-Pfalz, Landesarchäologie Mainz).
Bad Kreuznach, Gladiatoren-Mosaik, Kampf eines venators gegen einen Bären (Photo: GDKE Rheinland-Pfalz, Landesarchäologie Mainz).

Schließlich sind in vier quadratischen Feldern in den Ecken des Mosaikfeldes vier reine Tierkämpfe dargestellt: Ein Bär reißt einen Hirschen zu Boden, ein Panther hat einen Eber von hinten angefallen, ein Tiger einen Wildesel und schließlich hat ein Löwe einen Stier an seinem Kopf zu fassen bekommen und wird ihn gleich zu Boden reißen.

Vergleichbare Darstellungen werden in der Forschung mehr und mehr als Zeugnisse der Selbstdarstellung ihrer Auftraggeber verstanden und nicht mehr nur als Ausdruck eines souvenirhaften Interesses an den Darstellungen aus der Arena. Unmittelbare Hinweise auf diese Interpretation enthält das Kreuznacher Gladiatoren-Mosaik zwar nicht, doch zählte der Besitzer der Villa selbstredend zu jener Gesellschaftsschicht, welche die Veranstaltungen in der Arena als verpflichtenden munus oder als freiwillige Leistung finanzierten. Eine besondere persönliche Bedeutung mag dabei die mittlere Jagdszene besessen haben, auch wenn die venatio nicht unbedingt Höhepunkt im typischen Programmablauf des Amphitheaters war. Aber sie stand im Mittelpunkt des Mosaiks und war auf den Betrachter im Triklinium hin ausgerichtet.

Datierung: 230/240 n.Chr.

Bad Kreuznach, Gladiatoren-Mosaik, Tierkampf Löwe gegen Stier (Photo: GDKE Rheinland-Pfalz, Landesarchäologie Mainz).
Bad Kreuznach, Gladiatoren-Mosaik, Tierkampf Bär gegen Hirsch (Photo: GDKE Rheinland-Pfalz, Landesarchäologie Mainz).
Bad Kreuznach, Gladiatoren-Mosaik, Tierkampf Tiger gegen Wildesel (Photo: GDKE Rheinland-Pfalz, Landesarchäologie Mainz).
Bad Kreuznach, Gladiatoren-Mosaik, Tierkampf Panther gegen Eber (Photo: GDKE Rheinland-Pfalz, Landesarchäologie Mainz).
Literatur zum Öffnet externen Link in neuem FensterGladiatorenmosaik:

O. Kohl, Mitteilungen über ein römisches Mosaik bei Kreuznach, Korrespondenzblatt Westdeutsche Zeitschrift 1893, 248; Kreuznacher Generalanzeiger Nr. 292, 1893 (O. Kohl); O. Kohl, Vorläufige Mitteilung über ein römisches Mosaik bei Kreuznach, Bonner Jahrbücher 95, 1894, 102-120 Taf. IV; Klapptaf. VII; XVI. Kreuznacher Veröffentlichung 1894; Nachtrag dazu, Kreuznach 1895 mit Taf. 4; Öffnet externen Link in neuem FensterO. Kohl, Verhandlungen des naturhistorischen Vereins der preussischen Rheinlande, Westfalens und des Reg.-Bezirks Osnabrück 52, 1895, 15-18; Öffnet externen Link in neuem FensterG. Lafaye - A. Blanchet, Inventaire des mosaïques de la Gaule et de l'Afrique, 1.2 Gaule (Paris 1909)  Nr. 1623/24; O. Kohl, Römisch-Germanisches Korrespondenzblatt 8, 1915, 44 ff. Abb. 26; O. Kohl, Germania 1917, 52; K. Geib, Kreuznacher Gladiatorenmosaik, Kreuznacher Heimatblätter 5, 1925, Nr. 1; W. Zimmermann, Die Kunstdenkmäler des Kreises Kreuznach, Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz 18,1 (Düsseldorf 1935) 58 f. Abb. 29-30; H. Wirth-Bernards, Das römische Mosaik bei Kreuznach (Bonn 1937); L. Robert, Monuments des gladiateurs de l'Orient grec, Hellenica III (Paris 1946) 133; K. Geib - O. Guthmann, Das Kreuznacher Gladiatorenmosaik (Bad Kreuznach 1955); K. Parlasca, Römische Mosaiken in Deutschland, Römisch-Germanische Forschungen 23 (Berlin 1959) 88 f. Taf. 88-91; O. Guthmann, Das Bad Kreuznacher Gladiatorenmosaik, Mitteilungen zur rheinhessischen Landeskunde 15, 1966, 281-284; O. Guthmann, Bad Kreuznach und Umgebung in römischer Zeit (Bad Kreuznach 1969) 37-45 mit Abb.; G. Rupprecht, Vorbericht über die Grabungen der Mosaikbodenvilla Bad Kreuznach in den Jahren 1975/6, Mainzer Zeitschr. 71/72, 1976/77, 243 Abb.; G. Hellenkemper-Salies, Neue römische Mosaiken in Deutschland. Beiträge zur Chronologie des 3. Jahrhunderts, in: IIIo colloquio internazionale sul mosaico antico, II (Imola 1984) 338 ff.; Dies., Hofkunst in der Provinz?, Bonner Jahrbücher 184, 1984, 76 ff.; G. Rupprecht, Der römische Gutshof in Bad Kreuznach, Archäologie in Deutschland 1986, Heft 4, 38; H. Bullinger, Das Gladiatorenmosaik aus der römischen Villa von Bad Kreuznach (Bad Kreuznach 1986); G. Rupprecht, Die Mosaikböden der Peristylvilla in Bad Kreuznach, Archäologie in Deutschland 1989, Heft 3, 18 ff.; J.M. Blázquez - G. López Monteagudo - M.L. Neira Jiménez - M.P. San Nicolas, Pavimentos africanos con espectaculos de toros. Estudio comparativo a propósito del mosaico de Silin, AntAfr 26, 1990, 150-204; hier: 172. 187 Abb. 19. 42; H. Cüppers (Hrsg.), Die Römer in Rheinland-Pfalz (Stuttgart 1990) 321-323 Abb. 204-205 (G. Rupprecht); J.-P. Darmon, Mosaïques d'amphithéâtres en Occident, in: C. Domergue - Chr. Landes - J.-P. Pailler (Hrsg.), Spectacula I, Gladiateurs et amphithéâtres, Actes du colloque tenu à Toulouse et à Lattes les 26, 27, 28 et 29 mai 1987 (Lattes 1990) 147-149; S. Brown, Death as decoration: Scenes from the Arena on Roman Domestic Mosaics, in: A. Richlin (Hrsg.), Pornography and Representation in Greece and Rome (New York - Oxford 1992) 189 ff. Abb. 9.2-3; W. Weeber, Panem et circenses, Antike Welt Sondernummer (Mainz 1994) 5 Abb. 4a-b; R. Gogräfe, Die Jagdbilder der Wint Hill Werkstatt. Parallelen und Vorbilder, in: M. J. Klein (Hrsg.), Römische Glaskunst und Wandmalerei, Ausstellung des Landesmuseums Mainz vom 12. Dezember 1999–20. Februar 2000 (Mainz 1999) 120 Abb. 9: M. Junkelmann, Das Spiel mit dem Tod. So kämpften Roms Gladiatoren (Mainz 2000) 98 f. Abb. 138-140; M. Pappini, Munera gladiatoria e venationes nel mondo delle immagini, Memorie. Atti della Accademia Nazionale dei Lincei, classe di scienze morali, storiche e filologiche 19/1, 2004, 61 ff. Abb. 20-21. 49; S. Hornung, Luxus auf dem Lande. Die römische Palastvilla von Bad Kreuznach (Bad Kreuznach 2008) 37-51.

 

Bad Kreuznach, Fragment von der Schnauze eines jagenden Hundes, zu einer venatio-Szene ergänzt (Abbildung: Gogräfe/Spannring; Landesarchäologie Mainz).

Wandmalerei mit Jagdszene; AO: Römerhalle Bad Kreuznach

Das fragliche Fragment einer gemalten Wanddekoration stammt aus einem Nebengebäude der Villa und zeigt auf glatt poliertem pompejanisch-rotem Grund die Schnauzenspitze eines nach links laufenden Hundes sowie einen Teil seiner Vorderläufe. Der Hund wurde zum eine Hirschkuh jagenden Tier ergänzt, ein Bildthema, das sich durch ausgesprochen zahlreiche Paralellen untermauern läßt, die jeweils venatio-Szenen aus der Arena wiedergeben. Der Maßstab der Darstellung läßt vermuten, dass die Szene ein vollständiges Sockelfeld eines Wandsystems ausgefüllt hatte und sich damit Dekorationen wie jenen aus Raum 6 der Villa von Ahrweiler oder anderen aus Trier an die Seite stellte.

Anders als die unten aufgeführte Gladiatorenmalerei aus der spätseverischen Zeit wird diese Malerei bereits vor der Mitte des 2. Jhs. entstanden sein.

Literatur: R. Gogräfe,  Die Wand- und Deckenmalereien der Villen von Bad Kreuznach und Bingen-Kempten. Mainzer Archäologische Zeitschr. 4, 1998, 69 Abb. 60; ders., Die römischen Wand- und Deckenmalereien im nördlichen Obergermanien, Archäologische Forschungen in der Pfalz, 2 (Neustadt a.d.W. 1999) 239 f. Kat.-Nr. 32; Abb. 179; S. Hornung, Luxus auf dem Lande. Die römische Palastvilla von Bad Kreuznach. Mit einem Beitrag von Rüdiger Gogräfe (Bad Kreuznach 2011) 94 Abb. 45-45a.

 

Bad Kreuznach, Palastvilla, Fragment eines Gladiators mit zeichnerischer Ergänzung (Abbildung: Gogräfe/Spannring; Landesarchäologie Mainz).

Wandmalerei mit Gladiator

Aus der Verfüllung von Raum 30a, stammt das Fragment einer Wandmalerei mit einer großformatigen figürlichen Darstellung. In den älteren Abhandlungen über die Malereien der Villa wurde es noch nicht gedeutet. Tatsächlich ist in einer Ansicht von schräg hinten der rückwärtige Teil eines bräunlichen, eiförmigen Helmes mit goldgelbem Helmbusch erkennbar, unter dem sich die Halspartie einzieht, um dann wieder zu Schulterpartie auszuschwingen, die offenbar stark gepolstert ist. Das Fragment wurde zu einem secutor ergänzt, der gegen einen retiarius kämpft.

Literatur: R. Gogräfe, Die Wand- und Deckenmalereien der Villen von Bad Kreuznach und Bingen-Kempten. Mainzer Archäologische Zeitschr. 4, 1998, 39-41; 98 Abb. 90; S. Hornung, Luxus auf dem Lande. Die römische Palastvilla von Bad Kreuznach. Mit einem Beitrag von Rüdiger Gogräfe (Bad Kreuznach 2011) 95 Abb. 46-46a.

 

 

 

Fragment eines gläsernen Zirkusbechers aus Bad Kreuznach (nach: Behrens).

Vicus

Zirkusbecher; AO: Mainz, Römisch-Germanisches Zentralmuseum, Inv. 0.27954, aus der Sammlung Niessen:

Literatur: G. Behrens, Römische Gläser aus Rheinhessen, Mainzer Zeitschrift 20-21, 1925-26, 66; G. Behrens - F. Sprockhoff, Jahresbericht des Römisch-Germanischen Zentral-Museum zu Mainz, Mainzer Zeitschrift 30, 1935, 68 Nr. 2; L. Berger, Römische Gläser aus Vindonissa, Veröffentlichungen der Gesellschaft Pro Vindonissa, 4 (Basel 1960) 64 Nr. 14; G. Sennequier, Nouveaux aperçus sur deux verres gallo-romains du musée des antiquités de Rouen: une coupe à course de chars et un gobelet à gladiateurs, in: Annales du 7e Congrès international d’étude historique du verre, Berlin-Leipzig, 15-21 aout 1977 (Lüttich 1978) 88 (Gruppe III Nr. 3); A.B. Follmann-Schulz, Les verres à scénes de spectacles tétrouves au Benelux, dans le Vorarlberg (Autriche) et en Allemagne: un aperçu préliminaire, Annexe, in: G. Sennequier, Les verres romains à scènes de spectacles trouvés en France, Association française pour l’archéologie du verre (Rouen 1998) 157 Nr. 25.